BERLIN - Joachim Löw bleibt im Fall Kevin Kuranyi weiter in der Deckung. Dafür verteidigt Oliver Bierhoff vehement die Zurückhaltung des Bundestrainers. „Wir können und wollen nicht auf jede Spekulation um Personalien reagieren“, erklärte der Nationalmannschafts-Manager am Mittwoch. Er springt Löw damit, wie schon zuvor DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und Bayern-Präsident Uli Hoeneß, zur Seite.

Oliver Kahn merkte an: „Vor kurzem redeten alle über Kießling, jetzt reden alle über Kuranyi und keiner mehr über Kießling. Nur weil einer phasenweise eine gute Form hat, muss er nicht zwangsläufig mit zur WM. Denn ob er dann diese Form hat, ist längst nicht gesagt“, gab der Ex-Nationaltorwart zu bedenken.

Der Bundestrainer hielt sich mit Äußerungen über seine Personal-Pläne für die Fußball-WM in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) zuletzt zurück. Nur mit engsten Vertrauten diskutierte Löw Einzelheiten. Dabei debattierte die sportliche Leitung sicherlich auch über die 18 Bundesliga-Tore des Schalkers Kuranyi. „Die Entscheidung, wer im WM-Kader steht, wird am 6. Mai bekannt gegeben. Das haben wir immer wieder betont, und bis dahin hat der Bundestrainer Zeit, Entwicklungen zu beobachten und entsprechend zu agieren“, sagte Bierhoff.

Als nächster Prominenter forderte Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, die Sanktionen gegen Kuranyi aufzuheben. Vor 18 Monaten hatte Kuranyi während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland unerlaubt das Team verlassen. Er wurde daraufhin von Löw bis zum Ende von dessen Amtszeit aus der DFB-Elf ausgeschlossen. Klopp hält die große Sanktion für „wichtig“, betonte jedoch: „Jetzt ist aber auch gut.“