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NWZonline.de Sport Fußball

Wm-Qualifikation: Sogar Staatspräsident träumt von Islands Premiere

09.10.2017

Berlin Die Chance auf die erste WM-Teilnahme von Islands Fußball-Helden bringt sogar das Staatsoberhaupt aus der Fassung. „Ein großartiger Sieg für unsere Jungs. Noch ist nichts entschieden, aber wir haben unser Schicksal in den eigenen Händen“, schrieb Präsident Gudni Johannesson voller Begeisterung bei Facebook. Stürmer Jón Dadi Bödvarsson frohlockte nach dem überraschend deutlichen 3:0 (2:0) in der Türkei: „Es gibt nur noch ein Spiel, natürlich denkt man jetzt sofort an die Weltmeisterschaft.“

Im vergangenen Jahr mischten die Nordeuropäer schon die EM in Frankreich auf und stürmten sensationell bis ins Viertelfinale. Tausende Fans hatten mit ihren eingängigen „Huh“-Rufen und Choreografien in den Stadien für Gänsehautmomente gesorgt – das könnte nun 2018 in Russland erneut passieren.

Denn die Isländer führen die Gruppe I vor dem abschließenden Spiel gegen Außenseiter Kosovo an diesem Montag (20.45 Uhr) im heimischen Reykjavik an. Die WM-Qualifikation scheint für das Team von Trainer Heimir Hallgrímsson angesichts dieser Ausgangslage nur noch Formsache. Das Kosovo konnte bisher noch keines seiner neun Spiele gewinnen, hat gerade mal einen Punkt auf dem Konto. Island hat schon deren 19, liegt nach überzeugenden Vorstellungen zwei Zähler vor Kroatien und der Ukraine. „Das ist alles sehr aufregend. Es ist wichtig, dass wir uns jetzt möglichst gut erholen“, sagte Bödvarsson.

Noch in der Nacht zu Samstag flogen die Isländer aus dem türkischen Eskisehir zurück auf ihre Vulkaninsel im Atlantik. Dort hatten Zehntausende Fans während der EM 2016 die Auftritte ihrer Helden vor riesigen Leinwänden gefeiert. Bei der Rückkehr des Teams nach dem Viertelfinal-Aus gegen Gastgeber Frankreich (2:5) hatte es eine riesige Party gegeben. Ähnliche Bilder dürfte es am Montag geben. „Alles hängt jetzt vom letzten Spiel ab. Wir glauben daran“, sagte Mittelfeldspieler Kári Arnason.

Die Tageszeitung „Morgunbladid“ sah gegen die Türkei „eines von Islands besten Spielen überhaupt“, für „Fréttabladid“ sei das Team nach den Treffern von Johann Gudmundsson (32. Minute), Birkir Bjarnason (39.) und Kari Arnason (49.) „ganz nah dran“ an der WM. Während die große Türkei (79,5 Millionen Einwohner) bei der Endrunde erneut fehlen wird, steht das kleine Island (rund 334 000 Einwohner) kurz vor der nächsten Überraschung.

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