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NWZonline.de Sport Fußball

Betrügern droht bis zu drei Jahre Haft

26.03.2015

Berlin Dopende Spitzensportler müssen in Deutschland bald Haftstrafen fürchten. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Entwurf des Anti-Doping-Gesetzes verabschiedet und will damit auch das Selbstdoping und den Besitz von leistungssteigernden Mitteln streng ahnden. „In Deutschland wurde seit Jahrzehnten über ein Anti-Doping-Gesetz gestritten. Ich bin froh, dass uns jetzt ein Durchbruch gelungen ist“, erklärte Bundesjustizminister Heiko Maas in einer Mitteilung seines Ministeriums. „Dopern droht in Zukunft nicht mehr nur eine Wettkampfsperre, sondern im schlimmsten Fall auch das Gefängnis“, unterstrich er.

Das Gesetz bündelt die bisherigen Rechtsvorschriften zur Dopingbekämpfung, die vor allem auf die Strafverfolgung von Hintermännern und kriminellen Netzwerken ausgerichtet waren. Mit dem Anti-Doping-Gesetz wird es den zu illegalen Mitteln greifenden Athleten selbst an den Kragen gehen. Danach sollen Selbstdoping und der Besitz von leistungssteigernden Substanzen strafbar werden. Geldstrafen und Gefängnisstrafen von bis zu drei beziehungsweise zwei Jahren können verhängt werden.

Betroffen sind nur die rund 7000 Topathleten, die Mitglied in einem Testpool des nationalen Doping-Kontrollsystems sind oder durch den Sport „erhebliche Einnahmen“ erzielen. Freizeitsportler sollen von den neuen Strafvorschriften ausgenommen werden. Nach jahrelangen Diskussionen und Streit über ein solches Gesetz sei es an der Zeit, „dass es zu einer Entscheidung kommt“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Auch der sportpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Eberhard Gienger, nannte das Gesetz am Mittwoch absolut notwendig und sprach von einem sportpolitischen Meilenstein.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßte die Verabschiedung des Entwurfes, hat aber Bedenken gegen den Straftatbestand des Selbstdopings. Die Kritikpunkte werde der DOSB in die Anhörungen im Bundestag einbringen, kündigte Präsident Alfons Hörmann an.

Ein gemeinsames Gesetz gegen Doping und Spielmanipulationen, für das sich der Schatzmeister des Deutschen Fußball-Bundes, Reinhard Grindel, ausgesprochen hatte, wurde von de Maizière zuvor abgelehnt. Der Entwurf für ein Gesetz gegen Spielmanipulation soll erst 2016 präsentiert werden, da er sehr viel schwerer auszuarbeiten sei.

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