BIELEFELD - Jürgen Klinsmann und Uli Hoeneß lagen sich in den Armen. Beim entscheidenden Treffer von Luca Toni (64.) entlud sich die Anspannung der vergangenen Tage. Nach dem glanzlosen 1:0 (0:0)-Sieg von Bayern München bei Arminia Bielefeld kehrte das für den Fußball-Lehrer typische, aber zwischenzeitlich verloren gegangene Lächeln endgültig zurück. „Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte der zum Siegen verdammte Bayern-Trainer. Das zur weiteren Aussöhnung mit den zuletzt aufgebrachten Fans nötige Erfolgserlebnis nahm auch dem zuletzt schweigsamen Manager Hoeneß die Sorge vor weiteren Turbulenzen: „Uns wird von Außen erzählt, dass bei uns Chaos herrscht und wir eine katastrophale Saison spielen. Ich sehe das nicht so.“

Eine Woche nach dem Heimerfolg über Frankfurt betrieben die Münchner auch im zweiten Ligaspiel nach der vieldiskutierten 0:4-Schmach von Barcelona Wiedergutmachung – zumindest was das Ergebnis anbetrifft. Das Tor hütete erneut Jörg Butt anstelle des degradierten Michael Rensing.

Ungewöhnlich ausgelassen bejubelte Klinsmann den Siegtreffer. Der Erfolg stimmte den in die Kritik geratenen Trainer versöhnlich. Angesichts der vielen zurückliegenden englischen Wochen spendierte er den Profis einen trainingsfreien Sonntag, damit sie für das nächste „Endspiel“ um seinen Verbleib in München gegen Schalke 04 am kommenden Sonnabend Kraft tanken können.

Für Fragen

nach dem stockenden Spielfluss brachte Bastian Schweinsteiger wenig Verständnis auf: „Wichtig ist nicht, dass wir schön spielen, sondern dass wir gewinnen.“ Ähnliche Erfolgserlebnisse bleiben den Bielefeldern seit Wochen verwehrt. Die vierte Niederlage in Serie bereitete Michael Frontzeck Kopfzerbrechen. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir die Nerven behalten“, klagte der Trainer des Tabellen-15.