Bielefeld - Für die Profis ist es „ein Spiel zum Genießen“, für die Fans ein langersehntes Fußball-Märchen. Ganz Bielefeld träumt vom vierten Streich der wiedererstarkten Arminia. Nach Berlin, Bremen und Mönchengladbach soll mit Wolfsburg der nächste Bundesligist aus dem DFB-Pokal geworfen werden. „Wir werden um unser Leben laufen“, versprach Torhüter Alexander Schwolow vor dem Halbfinale des Drittligisten gegen den Bundesliga-Zweiten an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ARD).
Bei allem Respekt vor dem Gegner überwiegt bei Torjäger Fabian Klos die Vorfreude: „Wir können nur gewinnen und sind klarer Außenseiter.“
Sechs Jahre nach dem Bundesliga-Abstieg stehen die Ostwestfalen wieder im Rampenlicht. An Selbstvertrauen mangelt es nicht. Florian Dick hält den Vorstoß des Underdogs in die Runde der letzten vier Mannschaften nicht für einen Zufall. „Wir haben es verdient. Trotz der guten Gegner sind wir kein einziges Mal glücklich weitergekommen“, sagte der Rechtsverteidiger.
Trainer Norbert Meier hofft, dass sein Team ähnlich couragiert auftritt wie bisher und sich vom Rummel nicht einschüchtern lässt. „Eine solch große Aufmerksamkeit sind meine Profis nicht gewohnt. Aber wir haben nichts zu verlieren und ein fantastisches Spiel vor der Brust.“
Die imposante Manier, mit der der designierte Zweitliga-Aufsteiger bisher zu Werke ging, hinterließ auch in Wolfsburg Eindruck. „Solche Spiele gewinnt man nicht, nur weil man Favorit ist“, sagte Dieter Hecking. „Wir müssen von der ersten Minute an Vollgas geben.“ Angst, sein Team könne die Arminia unterschätzen, hat der Coach nicht: „Man sieht an den Aussagen meiner Spieler, dass alle heiß sind.“
Auch die Platzverhältnisse in Bielefeld nötigen den „Wölfen“ Respekt ab. Filigranen Ballzauberern wie Kevin de Bruyne dürfte die als „Acker“ verschriene Alm Probleme bereiten – wie zuletzt dem Bundesliga-Dritten aus Gladbach.
