BILBAO - Schalke 04 hilft nur noch ein Wunder, Hannover 96 will die historische Chance nutzen: Die deutschen Clubs gehen mit höchst unterschiedlichen Voraussetzungen in ihre Viertelfinal-Rückspiele in der Europa League.

Vor dem Anstoß wird Schalkes Stürmerstar Raúl vor der Büste des ersten Torschützen Rafael Moreno Aranzadi im ältesten Stadion Spaniens noch Blumen niederlegen, dann sagt er mit seinem Club wohl „Adiós Europa!“. Im San Mamés von Athletic Bilbao, der Fußball-Kathedrale von 1913, endet an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Kabel-1-Konferenz) die internationale Reise der Königsblauen – wenn nicht noch ein Wunder geschieht.

„Um doch noch ins Halbfinale zu kommen, brauchen wir mindestens einen so großen Abend wie vor einem Jahr in Mailand“, sagte Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies vor dem Viertelfinal-Rückspiel im Baskenland. In der Tat haben die Gelsenkirchener Erfahrung mit sportlichen Wundern: Vor genau zwölf Monaten, ebenfalls am 5. April, hatten sie in einer historischen Nacht in San Siro mit 5:2 gegen Titelverteidiger Inter Mailand in der Champions League triumphiert. Mit diesem Ergebnis wären sie nach dem bitteren 2:4 vor einer Woche auch gegen Bilbao weiter.

Dagegen wittern die Spieler von Hannover 96 ihre Chance und wollen an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Kabel-1-Konferenz) gegen Atlético Madrid unbedingt erstmals in die Runde der letzten Vier einziehen. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka geht trotz des 1:2 im Hinspiel mit breiter Brust in die entscheidende Partie vor eigenem Publikum.

„Wir haben bislang einen unbändigen Siegeswillen gezeigt, in der Bundesliga und im Europacup. Das ist eine sehr gute Entwicklung“, sagte Offensivspieler Jan Schlaudraff. „Wenn wir die hervorragende Defensivleistung aus dem Hinspiel wiederholen, haben wir eine gute Möglichkeit.“