BOCHUM - Bayern München vor der Brust, Hannover 96 im Hinterkopf. Vor dem Abstiegsfinale gegen die Niedersachsen am letzten Spieltag bemüht sich der VfL Bochum um Konzentration auf das Duell beim Champions-League-Finalisten am Sonnabend. „Es kommt uns zugute, dass die Bayern gewinnen müssen, wenn sie Meister werden wollen. Das Hannover-Spiel ist aber wichtiger“, versicherte VfL-Trainer Heiko Herrlich, dessen Elf nach zehn Spielen ohne Sieg auf Relegationsplatz 16 steht.
Dass die Serie in München endet, wo der VfL bisher nur ein Bundesligaspiel (2:0 am 28. August 1991) gewann, ist schwer zu glauben. Zumal der Liga-Primus nach dem Sieg in Lyon auf Wolke sieben schwebt und Bochum sich laut Philipp Bönig in einer „Abwärtsspirale“ befindet.
Sportvorstand Thomas Ernst fordert Kampf bis zum Umfallen, um den sechsten Bundesliga-Abstieg zu verhindern. Wenn Bochum (28 Punkte) in München verliert und der Tabellen-17. Hannover (27) gegen Mönchengladbach gewinnt, könnte der Revierclub mit einem Heimsieg gegen die Elf von Mirko Slomka aus eigener Kraft zumindest die Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten erreichen. „Ich bin sicher, dass wir gemeinsam mit unseren Fans dann den direkten Abstieg verhindern“, sagte Ernst. „Wenn am Ende die Relegation herausspringt, stellen wir uns auch der Herausforderung.“ Linksverteidiger Bönig freut sich auf das Duell mit seinem mutmaßlichen Gegenspieler Arjen Robben. „Es gibt doch nichts Schöneres, als in München vor 70 000 Fans zu spielen. Wir dürfen nicht mit Angst dahin fahren oder schon an Hannover denken.“ Er gab aber zu, dass das „Endspiel“ gegen die Niedersachsen im Hinterkopf ist.
Längst bereitet sich Bochum auch auf den schlimmsten Fall vor. „Natürlich planen wir zweigleisig“, sagte Ernst. Im Abstiegsfall müsste der Etat des Gesamtvereins von 38,5 Millionen auf 22 Millionen Euro gesenkt werden.
Immerhin haben fast alle Spieler Verträge auch für die 2. Liga, aber „zu reduzierten Bezügen“. Noch nicht sicher scheint, ob Herrlich in Bochum bleibt, auch wenn Ernst betonte: „Wir sind von ihm und seiner Arbeit überzeugt.“
