Bremen - Die Schmach bleibt unvergessen. Wenn die Fußballer von Werder Bremen am 26. August (20.30 Uhr/ARD) mit dem Gastspiel beim Rekordmeister und Titelverteidiger Bayern München die 54. Bundesliga-Saison eröffnen, poppt die quälende Erinnerung wieder auf. Spätestens.
Zwei Torschüsse, null Tore, 17 Prozent Ballbesitz, fünf Gegentreffer – so lautete aus Bremer Sicht am 12. März dieses Jahres die ernüchternde Bilanz beim letzten Bundesligaauftritt in der Münchner WM-Arena. Dass schon ganz andere Teams mit 0:5 vom FC Bayern abgewatscht worden sind, steht außer Frage. Diese Begegnung jedoch stand unter einem ganz besonderen Stern.
Denn die Bremer, damals Tabellen-15., hatten die Partie eigentlich schon im Vorfeld abgeschenkt. Die Stammkräfte Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz hatten sich zuvor beim 4:1-Heimsieg gegen Hannover jeweils vorsätzlich eine Gelbe Karte abgeholt. Die Folge: Sie fehlten gesperrt in München, um dann wieder im wichtigen Spiel gegen Mainz für Werder auflaufen zu können.
Werder musste sich den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen. Insgesamt 40 000 Euro betrug letztendlich die Geldstrafe durch das DFB-Sportgericht. Überhaupt gab der Bremer Bundesligist, Verantwortliche und Spieler, im Umgang mit dieser Schummelei ein erschreckendes Bild in der Öffentlichkeit ab. Der Imageschaden war immens.
Da erklärt es sich von selbst, dass die Bremer nach der gestrigen Veröffentlichung des Spielplans 2016/17 durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Blick ausschließlich nach vorn richteten. „Auch wenn die Herausforderung beim Meister groß ist, überwiegt die Vorfreude auf den Start. Es ist schließlich das Eröffnungsspiel der Saison, das fast weltweit übertragen wird. Wir werden gleich von Anfang an mitten in der Saison drin sein“, kommentierte Bremens Geschäftsführer Frank Baumann die Ansetzung. Trainer Viktor Skripnik, der mit Werder am 8. Juli ins Training einsteigt, mag da nicht widersprechen. „Der Auftakt hat es natürlich gleich voll in sich. Auswärts bei den Bayern anzutreten, ist eine große Aufgabe“, meinte der Ukrainer.
Dass Werder in München auch schon legendärere oder zuletzt zumindest bessere Momente erlebt hat, das ließ das vorerst letzte Bremer Pflichtspiel bei den Bayern erahnen. Am 19. April standen sich beide Teams im DFB-Pokal-Halbfinale gegenüber. Der Rekordmeister siegte mit 2:0.
Werder – nun in Bestbesetzung – hatte den Bayern alles abverlangt. Theodor Gebre Selassie erinnert sich gern zurück: „Im Pokal haben wir gesehen, dass man mit viel Einsatz, einer konzentrierten Leistung und etwas Glück auch gegen Bayern um den Sieg mitspielen kann“, erklärte der Abwehrspieler.
Überhaupt verlangt das Auftaktprogramm den Bremern alles ab. Nach der Heimpremiere am 2. Spieltag gegen den FC Augsburg (9. - 11. September) tritt Werder bei Borussia Mönchengladbach (16.- 18. September) an. Immerhin am 4. und 5. Spieltag folgen zwei Heimspiele, gegen Mainz 05 (20./21. September) und den VfL Wolfsburg (23. - 25. September) – ungeachtet der jetzt gleich wieder aufkommenden Erinnerungen an die Bremer Heimschwäche in der vergangenen Saison.
