München - Passend zu den Adventsbesuchen der Bayern-Stars bei den Fanclubs übte sich der designierte Herbstmeister in vorweihnachtlicher Bescheidenheit. Nach 42:4 Toren in den bisherigen zehn Heimspielen der Saison und festlichen Finanzzahlen am Vortag begnügten sich die Münchner am Sonnabend im einseitigen Spitzenspiel gegen Hertha BSC mit einem 2:0.
„Riesenkompliment, wir sind happy“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer nach dem Sieg durch Tore von Thomas Müller (34. Minute) und Kingsley Coman (41.) sowie der nächsten Bundesliga-Bestmarke des deutschen Fußball-Rekordmeisters. 40 Punkte nach 14 Spieltagen gab es noch nie. Unaufhaltsam streben die Münchner der 21. Hinrundenmeisterschaft entgegen – und in 17 von 20 Fällen davor waren sie am Ende wieder Champion.
Das Etappenziel Herbstmeisterschaft sei ihm „völlig wurscht“, wiegelte Sammer ab: „Das können sie nirgendwo draufschreiben.“ Auf den Lorbeeren ausruhen kommt für den Branchenprimus ohnehin nicht infrage. Das macht der FC Bayern „in der besten Zeit seiner Geschichte“, wie es Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge formulierte, auch bei den Finanzen nicht. Einen Rekordgewinn von 23,8 Millionen Euro bei einem Umsatz von 523,7 Millionen Euro verkündeten die Münchner auf ihrer Jahreshauptversammlung, bei der die Vereinsikonen Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß in Abwesenheit trotz WM- und Steueraffäre kräftigen Zuspruch bekamen.
Ein Redner äußerte sogar den Wunsch, dass Hoeneß, wegen Steuerhinterziehung verurteilter Ex-Präsident, nach seiner Haftentlassung wieder an die Vereinsspitze zurückkehre. „Ich glaube, Uli hat selbst noch gar keine Entscheidung gefällt“, sagte Rummenigge. Die ohnehin schon reichen Bayern riefen zudem nach mehr Geld, um international mit der finanzstarken Konkurrenz aus England und Spanien mithalten zu können. „Ich fordere die Deutsche Fußball Liga (DFL) eindringlich auf, einen Wettbewerb für die Übertragungsrechte von Livespielen der Bundesliga zu kreieren“, rief Rummenigge in den Saal.
Die Solidargemeinschaft der Ligaclubs wolle er zwar nicht aufkündigen, aber nur unter der Bedingung, dass die deutschen Spitzenclubs in Europa wettbewerbsfähig blieben.
