BREMEN - BREMEN/DPA/SC - Die Geschäftsführung des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen hat sich von der Ultra-Fan-Gruppierung „Eastside“ distanziert und die Zusammenarbeit eingestellt. „Die Reaktion des Clubs ist ein erster Schritt, um die Öffentlichkeit auf eine negative Entwicklung aufmerksam zu machen, bevor sie Mailänder Dimensionen erreicht“, sagte gestern Werders Fan-Beauftragter Dieter Zeiffer.

Der Meister reagierte auf Vorfälle wie beim Nordderby in Hamburg, als im Bremer Fanblock eine Fahne präsentiert wurde, auf der die Bombardierung der Stadt Hamburg dargestellt wurde. Laut Zeiffer gibt es eine „Liste von Vergehen, mit denen wenige Anhänger den Ruf aller Werder-Fans gefährden“. Dazu zählen 67 Festnahmen in Hamburg, das Rufen rechter Parolen vor der Partie der Champions-Liga in Lyon sowie das Abfeuern von Leuchtraketen beim Bundesliga-Spiel in Hannover. „Das hat mit der riesigen Mehrheit unserer Fans nichts zu tun, aber wir wollen früh ein Zeichen setzen“, sagte Mediendirektor Tino Polster.

Auch der niederländische Fußball wird von Fan-Gewalt erschüttert: Sieben Polizisten wurden am Sonntag beim Versuch verletzt, 150 Ajax-Fans vor Feyenoord-Hooligans zu schützen. Es kam zu 43 Festnahmen. Zuvor war die Polizei ausgerückt, um Ajax-Randalierer bei der Anreise aufzuhalten. Der Zugverkehr zwischen Gouda und Rotterdam wurde eingestellt. Hooligans hatten zwei Züge zerstört.