BREMEN - Bloß keinen falschen Schritt machen, denn es droht Verletzungsgefahr: Vorsichtig steigt Werder-Profi Hugo Almeida über Stahlträger und Kabel. Der Weg vom Trainingsplatz in die Kabine im Bremer Weserstadion gleicht derzeit einem Hindernislauf. Der Umbau der Arena läuft auf Hochtouren. Dennoch bereitet er den Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten einige Sorgen.

„Wir stehen etwas unter Druck“, gibt Werders Mediendirektor Tino Polster zu. Werden die Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig, droht für das Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation am 17. oder 18. August sogar der Umzug in ein anderes Stadion. „Wir hoffen deshalb, dass wir erst auswärts antreten müssen“, sagt Polster. Bei einem Heimspiel wird es eng. Werder steigt in der vierten Runde ins Geschehen ein. Diese wird am Freitag, 6. August (12 Uhr/Eurosport), ausgelost.

„Ich bin aber sicher, dass wir die Zielvorgabe schaffen“, meint Polster. Momentan erfüllt das Weserstadion nicht die Vorgaben der Europäischen Fußball-Union Uefa für die Austragung des Champions-League-Spiels. „Die Kabinen sind noch nicht fertig“, beschreibt Polster den Fortgang der Arbeiten. „Und auch die Medienarbeitsplätze befinden sich noch im Umbau.“

Damit kein Unbefugter sich im Gewusel der Arbeiter und Spieler Zutritt in die derzeit in der Leichtathletikhalle untergebrachten Umkleideräume und Duschen verschafft, wachen Sicherheitsleute über den „Verkehr“ unter der Ostkurve. Nur wer einen Ausweis hat, darf rein.

Nach Fertigstellung der West-Tribüne wird nun der Weserstadion-Ostteil renoviert und erweitert. Bis zur Winterpause der Saison 2010/2011 sollen die Arbeiten am gesamten Stadion abgeschlossen sein. Bis zum 17. August muss ein Großteil der Ost-Tribüne fertig sein.

Die Tribünenstufen im Unterrang liegen, der Innenausbau hat begonnen. Deshalb gibt es bei Werder (noch) keinen Plan B. „Nein“, versichert Polster, „nach einem Ausweichstadion haben wir uns nicht umgesehen.“ Die nächsten Arenen wären Hamburg oder Hannover.

Eine Partie in Oldenburg wie zuletzt 1998 im UI-Cup gegen Lommel SK aus Belgien (2:1) wird es aber nicht geben. Denn auch das Marschwegstadion erfüllt nicht die Uefa-Auflagen für Champions-League-Spiele.

Olaf Ulbrich
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.)