BREMEN - Die Bremer schienen nach dem 3:0 schon durch. Innerhalb von sieben Minuten glichen die Italiener aus.

Von Otto-ulrich bals

BREMEN - Die Werder-Fans erlebten wieder einmal einen denkwürdigen Abend und wurden von ihrer Mannschaft dabei durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Um ein Haar hätten die Bremer leichtfertig den sicheren Sieg in Gruppe C der Champions-Liga aus der Hand gegeben und die Chance aufs Achtelfinale verspielt. Dem 4:3 (2:0) gegen Udinese Calcio ging eine 3:0-Führung der Bremer im mit 35 424 Zuschauern ausverkauften Weserstadion voraus, die der italienische Erstligist binnen sieben Minuten ausgleichen konnte. Johan Micoud rettete schließlich mit seinem Treffer in der 67. Minute den Werder-Erfolg.

„Wir haben nach dem 3:0 aufgehört, Fußball zu spielen und aufgehört, uns zu bewegen. Wir hatten gedacht, die Partie sei schon gelaufen“, kritisierte Trainer Thomas Schaaf den Leichtsinn seiner Spieler. „Aber zum Glück haben wir diesen wichtigen Sieg noch eingefahren.“

Dabei stand die Vorbereitung unter keinem glücklichen Stern: Nur 60 Minuten vor der geplanten Aufholjagd wurden die Bremer Personalplanungen über den Haufen geworfen. Ivan Klasnic musste mit Verdacht auf Blinddarmreizung ins Krankenhaus gebracht werden. Für den 25-Jährigen stürmte Nelson Valdez an der Seite von Miroslav Klose.

In der 15. Minute leistete das Surmduo ganze Arbeit: Valdez legte von rechts auf, Klose sprang am höchsten und erzielte per Kopf die verdiente Führung. Neun Minuten später schloss Klose sein Solo mit einem Pass zu Valdez ab, dessen Schuss konnte Torhüter Morgan De Sanctis zwar noch abwehren konnte, doch im Nachsetzen markierte Kapitän Frank Baumann das längst fällige 2:0.

Brenzlig wurde es für Werder vor der Pause nur zweimal. In der 24. Minute riskierte Naldo eine zu kurze Rückgabe, und in der 37. Minute traf Vincenzo Iaquinta den Pfosten. Ansonsten dominierten die Bremer, die durch Micoud (31.) ebenfalls Aluminium trafen. Fünf Minuten nach der Halbzeit machte es der Franzose besser: Micoud sorgte per Kopfball nach Valdez-Vorarbeit scheinbar für die Vorentscheidung.

Fast wären die Bremer für ihre Dusseligkeit bestraft worden. Udine drehte die Partie innerhalb von nur sieben Minuten. Erst patzte Reinke bei einem Distanzschuss von Di Natale (54.). Erneut Di Natale (57.) sowie Christian Schulz (60.) mit einem Eigentor stellten nach einer Stunde den Spielverlauf auf den Kopf. Doch Werder kam zurück. Nach einem Freistoß von Frings erzielte Micoud nur sieben Minuten später die erneute Führung. Drei Minuten vor Ende wurde ein Kopfball des eingewechselten Hunt auf der Linie geklärt.