BREMEN - Der letzte Auftritt hat den hervorragenden Gesamteindruck nicht getrübt. Am 16. Mai 2009 bestritt Diego zuletzt ein Spiel im Bremer Weserstadion – und verlor damals mit Werder gegen den Karlsruher SC mit 1:3. Auf den Status als Publikumsliebling hatte die dürftige Leistung in der Partie gegen den KSC selbstverständlich keinen Einfluss mehr, nachdem der Brasilianer die Bremer Fans zuvor drei Jahre lang verzaubert hatte.

An diesem Freitag (20.30 Uhr) ist der inzwischen 26-Jährige erstmals seit seinem Wechsel zu Juventus Turin im Sommer 2009 wieder in Bremen zu Gast. Und es gibt eine Parallele: Damals wie heute steckt die Gastmannschaft im Abstiegskampf. Für den KSC ging die Sache als 17. der Abschlusstabelle damals böse aus, und auch Diegos jetziger Club VfL Wolfsburg muss als Tabellen-16. heftigst um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga bangen.

Die ambitionierten Wolfsburger stecken unter anderem deshalb so tief im Schlamassel, weil Diego im VfL-Trikot meist weit von der Form entfernt ist, die ihn in Bremen so populär und begehrt gemacht hatte. Das allerdings war auch schon in Turin der Fall gewesen, weshalb der Mittelfeldspieler im Sommer 2010 aus Italien zurück in die Bundesliga wechselte.

Am Mittwoch schaute sogar Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender des Hauptsponsors VW, beim Training der Wolfsburger vorbei. Böse Worte fielen dabei zwar nicht, für die Spieler und Trainer Felix Magath dürfte der Besuch des wichtigsten Geldgebers aber Warnung genug gewesen sein.

Die Bremer müssen derweil ohne die angeschlagenen Denni Avdic und Tim Borowski antreten. „Tim fällt am Wochenende auf jeden Fall aus“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf am Mittwoch. Auch Avdic müsse erst „Stück für Stück“ wieder herangeführt werden. Borowski hatte am Dienstag das Training wegen einer Innenbandverletzung abbrechen müssen.

Avdic leidet nach wie vor an den Folgen einer Kopfverletzung. Die Bremer Spieler können Schaaf am Freitag übrigens beschenken: Der Trainer wird am Tag nach dem Spiel 50 Jahre alt.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)