BREMEN - Ruhig, besonnen, unaufgeregt: So wie Petri Pasanen seine Arbeit in der Abwehr von Fußball-Bundesligist Werder Bremen verrichtet, so gehen die Hanseaten auch im Kampf um den Klassenerhalt vor. Im Heimspiel gegen den FC Schalke setzten der finnische Publikumsliebling und seine Kollegen am Sonnabend zwar die historische Unentschieden-Serie fort, machten durch ein 1:1 (0:0) gegen die Champions-League-Überflieger aber erneut einen kleinen Schritt zum Liga-Verbleib.
Das war gefühlt das 50. Unentschieden, aber in unserer Situation nehmen wir jeden Punkt gerne mit, sagte Pasanen nach dem fünften Remis auf eigenem Platz in Folge. Ebenso viele gab es nur im Herbst 1970, mehr noch nie. Der Finne, der Werder zum Saisonende verlassen wird, war einer der besten Spieler auf dem Platz und stand in seinem drittletzten Heimspiel im Mittelpunkt wie selten zuvor in seiner siebenjährigen Zeit an der Weser.
Der 30-Jährige räumte in der Abwehr souverän ab und köpfte den Ball in der 11. Minute ins Gästetor. Wie schon in Frankfurt wurde sein Treffer aber nicht anerkannt. Es gibt wohl ein Gesetz, dass Finnen in der Bundesliga keine Tore schießen dürfen, nahm es Pasanen aber typisch gelassen, dass Schiedsrichter Knut Kircher nach Ansicht vieler Beobachter im mit 40 500 Zuschauern ausverkauften Weserstadion zu Unrecht ein Foul an Schalke-Keeper Manuel Neuer gepfiffen hatte.
Ich wusste bis zum Schluss nicht, warum und wann abgepfiffen wurde. Es ist aber nicht bitter, dass mir das Tor aberkannt wurde. Viel lieber als den Treffer hätte ich den Sieg gehabt, sagte der Finne, wollte sich aber nicht lange damit beschäftigen, ob bei einer Anerkennung des Tores am Ende eventuell mehr herausgesprungen wäre als das 1:1 nach Treffern von Sandro Wagner (59. Minute, Elfmeter im Nachschuss verwandelt) und Schalkes Edu (63.).
Ich denke, dass es ein korrektes Tor war. Manuel Neuer hat den Fünfmeterraum verlassen, alle sind korrekt in den Zweikampf gegangen, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, der Pasanen auf dessen Abschiedstour in Bremen (Ich hatte hier sieben schöne Jahre und bin schon ein bisschen traurig.) das Tor absolut gegönnt hätte. Ich hoffe, er lässt nicht locker und legt nach dann zählt vielleicht auch einmal eins, so Schaaf.
Einige Schiedsrichter hätten es so gesehen wie Herr Kircher, andere anders, meinte Werder-Manager Klaus Allofs, der auch angesichts der Tatsache, dass der Unparteiische ebenso ein Schalker Tor von Raul wegen Abseits in der 73. Minute nicht anerkannte, ergänzte: Unsere Aufregung hält sich in Grenzen. Typisch Werder. Typisch Pasanen. Ruhig, besonnen, unaufgeregt Abstiegskampf auf finnische Art.
