BREMEN - Noch als Sorgenkind war Marko Arnautovic am Sonnabendnachmittag in die Partie gegen den 1. FC Köln gestartet, doch als neuer Werder-Liebling verabschiedete sich der erst 21-jährige Wiener nach 93 Spielminuten vom ihn frenetisch feiernden Bremer Publikum in den Kabinentrakt.
Zwei Treffer (36., 90.+1) und eine sehenswerte Torvorlage (74.) steuerte der Zugang von Inter Mailand zum souveränen 4:2 (2:1)-Erfolg Werders gegen die zumindest in der ersten Hälfte enttäuschenden Kölner bei. Dabei musste Arnautovic nicht nur gegen die zunächst tief stehenden Gäste ankämpfen, sondern vor allem auch immer wieder gegen sein miserables Image. Einen schlechten Charakter habe er, hieß es schon kurz nach seiner Verpflichtung im Umfeld des Weserstadions. Eigensinnig sei er, arrogant und zu impulsiv. All das hatte an dem Angreifer genagt.
„Der Trainer hat mir heute von Anfang an das Vertrauen gegeben. Das hat mir geholfen“, sagte der erleichterte Stürmer nach dem Spiel. „Wenn man mich nicht kennt, kann man mich schwer beurteilen“, forderte der Österreicher Fairness von der Öffentlichkeit ein. „Wenn man mich kennt, weiß man: Ich bin ein netter Mensch und habe nichts mit Arroganz zu tun.“
Claudio Pizarro verletzt
Nachdem Kapitän Torsten Frings die deutlich überlegenen Bremer per Foulelfmeter in Führung gebracht hatte (33.), platzte bei Arnautovic der Knoten. Eine wunderbare Vorlage von Claudio Pizarro, der später mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss ausgewechselt werden musste, verwertete der Angreifer mit seinem ersten Treffer in der Bundesliga per Kopf zum 2:0. Lukas Podolski sorgte aus dem Nichts für den Kölner 1:2-Anschlusstreffer (37.).
Eine gute Viertelstunde vor Spielende behauptete Arnautovic schließlich den Ball auf der rechten Angriffsseite und flankte durch die gesamte FC-Abwehr hindurch zu Hugo Almeida, der das 3:1 markierte. Nach einem Sololauf von Verteidiger Clemens Fritz in der Nachspielzeit, krönte Arnautovic sein Startelf-Debüt dann mit dem Tor zum 4:1. Kevin McKennas 2:4 (90.+3) war nur noch eine Randnotiz.
Schaaf lobt Arnautovic
„Man kann sich keinen besseren Einstand wünschen. Aber ich kann noch etwas dazu reichen. Ich bin auf dem Weg zu meiner Bestform“, bilanzierte Arnautovic und gab sein Erfolgsrezept preis: „Ich hatte Einzelgespräche mit dem Trainer. Er hat mir gesagt, was ich machen soll.“
„Marko muss wissen, dass wir an seine Fähigkeiten glauben“, meinte Thomas Schaaf und lobte: „Man kann ihm zu dieser Leistung heute einfach nur gratulieren.“ Klaus Allofs zeigte sich „positiv überrascht“ und sah keine Gefahr dafür, dass Arnautovic nun abheben könnte. „Das werden wir schon nicht zulassen“, sagte der Geschäftsführer.
Nach der Länderspielpause bestreitet Werder sein nächstes Spiel am Sonnabend (11. September/18.30 Uhr) bei Bayern München.
