BREMEN - Die „Alexander von Humboldt“, der aus der Bierwerbung bekannte Dreimaster mit den grünen Segeln, wird zwar von einer Bremer Stiftung verkauft. Das zweite Flaggschiff der Hansestadt, Werder Bremen, hält aber mit vollen Segeln unbeirrt Kurs in der rauen See der Fußball-Bundesliga, der Europa League und nach dem 3:0-Achtelfinalsieg über Kaiserslautern auch im DFB-Pokal.

Selbst das Fehlen ihres Ersten Sturm-Offiziers an Bord brachte die Bremer am Mittwochabend gegen die Pfälzer nicht in Schlagseite. Torjäger Claudio Pizarro, der an einer schmerzhaften Fußprellung laboriert, wurde von Marcelo Moreno gut vertreten. Als dieser in der Pause ebenfalls verletzt ausgewechselt werden musste, empfahl sich Nachwuchs-Stürmer Torsten Oehrl mit einem Tor (69.) für weitere Einsätze im Bundesliga-Team. „Wir haben eben nicht nur einen Stürmer“, lobte Trainer Thomas Schaaf seinen Youngster, nahm ihn allerdings gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen in Schutz: „Er muss noch einiges lernen.“ Das weiß auch Oehrl, der nun wie Moreno allerdings ausfällt, selbst. „Für mich war es einfach, weil wir druckvoll nach vorne gespielt haben“, sagte der 23-Jährige.

Auch die zuletzt nicht über den Leichtmatrosenstatus hinausgekommenen Petri Pasanen (28.) und Tim Borowski (39.) ließen mit ihren Treffern aufhorchen. „Bei uns ist das Toreschießen eben nicht verboten“, sagte der Chef auf der Brücke mit einem Lächeln im Mundwinkel zu seinem guten Händchen – die Bremer Crew steht beim „Tanz auf drei Hochzeiten“ fest auf Deck. Schaaf: „Die Mannschaft begeistert sich derzeit selbst.“

Vor allem das schnörkellose Spiel nach vorne, das die quirligen Mesut Özil und Marko Marin unermüdlich ankurbelten, begeisterte. „Das ist der Fußball, der heute gespielt wird“, erläuterte Borowski. „Schnell aus der Abwehr heraus und dann Kurzpässe.“ Aaron Hunt ergänzte: „Wir haben das Tempo immer hoch gehalten und das Spiel damit immer kontrolliert.“ Das brachte den Bremern auch das Lob von FCK-Trainer Marco Kurz ein: „Sie sind momentan in einer Top-Verfassung“, sagte er.

„Wir haben uns das in den vergangenen Wochen hart erarbeitet“, entgegnete ihm Verteidiger Clemens Fritz – und blickte schon einmal weit voraus: „Wenn wir so weiter machen, ist der Weg nach Berlin ins Finale nicht weit.“ Auf dieser Reise muss das grün-weiße Werder-Schiff aber noch so manche Untiefe umfahren – in der Meisterschaft schon an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) beim 1. FC Nürnberg. Die Segel sind gesetzt.

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