BREMEN - BREMEN - Keine großen Sorgen macht den Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen die Elfmeter-Krise, der zum Rückrunden-Auftakt gegen Hannover 96 ein weiteres Kapitel hinzugefügt wurde. Zumal die Hanseaten trotz des Fehlschusses von Miroslav Klose einen hart erarbeiteten 3:0-Pflichtsieg landeten und die Tabellenführung von Schalke 04 zurückeroberten.
„Auch wenn wir den einen oder anderen Elfer schon verschossen haben – wichtig ist, dass wir die Spiele gewinnen“, nahm es Klose auch eher gelassen, dass von den letzten sechs Strafstößen nur einer im Netz landete. Während Tim Borowski und Klose jeweils zweimal scheiterten, traf Diego zwar beim 3:1 gegen Berlin vom Punkt, auch bei ihm versagten jedoch einmal die Nerven. „Im Training ist die Quote deutlich besser, aber den Ernstfall kann man halt nur bedingt simulieren – wir können das aber verkraften“, meinte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. In der Tat handelt es sich um ein Luxusproblem – trotz verschossener Strafstöße wurden alle Spiele gewonnen.
„Ich will Miro keinen Vorwurf machen“, sagte Teamkollege Torsten Frings, ließ aber durchblicken, dass er ebenfalls gerne zum Strafstoß angetreten wäre. Stattdessen schnappte sich jedoch Klose den Ball und scheiterte an 96-Keeper Robert Enke (70.): „Ich habe Robert nach demSpiel gratuliert. Schon beim Training der Nationalmannschaft habe ich gemerkt, dass er mir irgendwie nicht so liegt.“
Obwohl er die eigene Torquote nicht aufbesserte, hatte Klose großen Anteil am Sieg. Borowski (5.) und Hugo Almeida (67.) trafen nach seiner Vorarbeit. Auch am 3:0 von Per Mertesacker (74.) war er beteiligt. „Wenn ich als Vorbereiter zum Erfolg beitragen kann, freut mich das genauso“, meinte Klose. Auch die Kritik von Coach Thomas Schaaf hielt sich in Grenzen: „So lange wir gewinnen, können wir ruhig noch ein paar Strafstöße verballern.“
Nur die Erfüllung der 100-Tore-Wette von Werder-Kapitän Frank Baumann könnte den Bremern etwas leichter fallen, wenn in Zukunft auch die Elfmeter-Quote stimmt. Nach den drei Treffern vom Sonntag hat Werder nun 50 Tore auf dem Konto. „Die Wette ist mir völlig egal. Mir würde es reichen, wenn wir jedes Spiel 1:0 gewinnen“, meinte Allofs.
Sein Debüt beim SV Werder gab am Sonntag in der Schlussphase Neuzugang Markus Rosenberg, der aber noch keine Akzente setzte. „Das durfte man nach zwei Trainigseinheiten auch nicht erwarten. Er sollte schon mal ein wenig reinschnuppern – das konnte man bei dem Spielstand locker machen“, so Allofs. In den Trainingseinheiten bis zum Spiel am morgigen Mittwoch um 20 Uhr bei Bayer Leverkusen soll sich der schwedische Stürmer weiter eingewöhnen und in der zweiten Saisonhälfte seinen Beitrag zur angepeilten Meisterschaft leisten – vielleicht ja als sicherer Elfmeterschütze.
