BREMEN - Rückkehrer Borowski fügte sich nahtlos ein. In Dortmund trifft die Werder-Abwehr auf Nelson Valdez.

von Hauke richters

BREMEN - Er kam geduscht und umgezogen aus der Umkleidekabine, ging auf die wartenden Journalisten zu, hielt inne, drehte sich um und verschwand wieder im Kabinentrakt: Miroslav Klose hat mit seinen zwei Treffern (36. und 62. Minute) beim 4:1-Sieg von Werder Bremen gegen AZ Alkmaar zwar seine torlose Zeit beendet, seine Lockerheit hat der 28-Jährige offenbar aber noch nicht wieder – das 1158 Minuten lange Warten auf ein Erfolgserlebnis hat dem Fußball-Nationalstürmer wohl doch mehr zugesetzt, als die Werder-Familie stets betont hatte. Er wolle „für sich sein“, ließ der WM-Torschützenkönig nach dem Erreichen des Uefapokal-Halbfinals mitteilen. In diesem treten die Bremer zunächst am Donnerstag, 26. April (20.45 Uhr/Sat 1), beim spanischen Tabellenneunten Espanyol Barcelona an. Am Donnerstag, 3. Mai, findet das Rückspiel in Bremen statt (20.45 Uhr/Sat 1).

Kloses Mannschaftskollegen waren da gesprächsbereiter. „Dieser Sieg gibt viel Selbstvertrauen für die Endphase der Meisterschaft“, sagte Tim Borowski nach dem 4:1. Dieses hatten 35 000 Besucher im Stadion und durchschnittlich 5,69 Millionen Zuschauer im Fernsehen verfolgt (Marktanteil 19,3 Prozent). Borowski selbst hatte in der 16. Minute nach siebenwöchiger Verletzungspause den Torreigen eröffnet. Die Motivation aus dem Uefa-Pokal können die Bremer schon am Sonntag im Bundesliga-Spiel bei Borussia Dortmund (17 Uhr) gebrauchen.

Dass die Gäste aus dem Nachbarland am Donnerstagabend von Werder „übers Knie gelegt“ wurden – so der Kommentar der niederländischen Tageszeitung „De Telegraaf“– lag auch an der überragenden Leistung von Diego. In der 82. Minute krönte er diese mit dem vierten Bremer Treffer. „Meine Spielfreude war nie weg“, sagte der Brasilianer. „Gegen eine offensive Mannschaft wie Alkmaar gibt es eben mehr Räume als gegen ein defensiv eingestelltes Bundesligateam.“

Als ein solches dürften sich die Dortmunder am Sonntag kaum präsentieren, der BVB ist im Abstiegskampf gefordert. Die Bremer Viererkette wird vermutlich wieder aus Clemens Fritz, Naldo, Petri Pasanen und Patrick Owomoyela bestehen. Das Quartett wird sich dann mit dem Ex-Bremer Nelson Valdez auseinander setzen. Der Stürmer ist nach 23 Saisoneinsätzen in der Liga noch ohne Tor.

Auf dem Weg zum geplanten Ausbau des Weserstadions hat Werder derweil eine weitere Hürde genommen. Die Bremer Baudeputation gab grünes Licht für die Erweiterung der Arena von derzeit 42 100 auf dann 50 000 Plätze. Die letzte noch fehlende Zustimmung durch die Bremer Bürgerschaft soll bis Ende April erfolgen. Der Start der Bauarbeiten ist noch in diesem Jahr geplant, die Eröffnung ist für August 2008 vorgesehen.