BREMEN - Ein Blick zurück im Zorn: Jurica Vranjes verlässt Fußball-Bundesligist Werder Bremen in Richtung Türkei und ließ vor seinem Abgang noch einmal kräftig Dampf ab. Mit deutlichen Worten kritisierte der 29-jährige Kroate Trainer Thomas Schaaf und sorgte damit vor dem Gastspiel der Bremer an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach für Unruhe an der Weser.
Schaaf sei „vielleicht der beste Trainer gewesen“, den er je gehabt habe. „Als Psychologe aber ist er eine Katastrophe und menschlich für mich die größte Enttäuschung meines Lebens“, sagte der Mittelfeldspieler, der noch bis 2011 bei Werder unter Vertrag steht und bis Saisonende an den türkischen Erstligisten Genclerbirgli Ankara ausgeliehen wird. Das Team wird vom ehemaligen Dortmunder und Hamburger Coach Thomas Doll trainiert.
Laut Vranjes, der am Freitag den Medizin-Check in der Türkei absolvieren sollte, ist der Wechsel perfekt. Werder rechnet dagegen erst in Kürze mit einer Bestätigung. Er habe seinen Abgang forciert, weil er „keinen Bock mehr“ gehabt habe, in Bremen zu bleiben „und nur zu trainieren“, verriet Vranjes.
Der ehemalige Stuttgarter, der 2005 nach Bremen gewechselt war, kam im bisherigen Saisonverlauf keinmal zum Einsatz. „Das kann ich nicht nachvollziehen. Das ist total enttäuschend.“ Er sei ohne Begründung plötzlich nicht mehr im Kader gewesen.
„Dreieinhalb Jahre lang sagt man mir, ich bin ein Musterprofi, und dann werde ich plötzlich – einfach so – ausgebootet“, giftete der 29-Jährige. Dem Trainer warf er vor, „nur sein Ding“ zu machen. „Er ist nie bereit, einen Fehler einzugestehen.“
Der Bundesligist wollte Vranjes Aussagen auf Nachfrage nicht kommentieren. „Das ist nicht der Stil von Werder Bremen“, sagte Mediendirektor Tino Polster. Schaaf beschäftigte sich dagegen ausführlich mit der Partie in Mönchengladbach und damit, wie man dort die Negativserie von zuletzt vier Niederlagen in Folge beenden kann.
„Wir haben in dieser Woche sehr deutlich gemacht, welche Punkte wir verbessern müssen und daran sehr intensiv und effektiv gearbeitet“, so Schaaf, der auf Claudio Pizarro und Aaron Hunt, die zuletzt krank fehlten, setzen kann. „Ich hoffe, dass wir das jetzt im Spiel umsetzen können.“
Vranjes deutete allerdings an, dass derzeit einiges im Training der Bremer nicht stimme. „Wenn es nach den Trainingsleistungen geht“, so Vranjes, „dürften 70 bis 80 Prozent nicht spielen“.
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