BREMEN - Der Streit zwischen Ivan Klasnic und seinem ehemaligen Arbeitgeber Werder Bremen geht am Freitag dieser Woche in eine neue Runde. Der kroatische Fußball-Nationalstürmer, der im vergangenen Sommer von Werder zum französischen Erstligisten FC Nantes gewechselt war, klagt vor dem Bremer Landgericht gegen Werders Mannschaftsarzt Götz Dimanski und weitere Mitarbeiter der medizinischen Abteilung des Clubs. Klasnic verlangt ein Schmerzensgeld von rund 1,4 Millionen Euro.
Klasnic hatte sich im Frühjahr 2007 einer Nierentransplantation unterziehen müssen. Da er in den Jahren zuvor regelmäßig von Dimanski untersucht worden war, hätte dieser die Nierenfehlfunktion erkennen und die notwendigen Schritte früher einleiten müssen, begründet Klasnic die Forderung. Eine Transplantation wäre so zu vermeiden gewesen. Dimanski weist die Vorwürfe zurück und besteht darauf, Klasnic stets korrekt behandelt zu haben.
Klasnic war zunächst eine Niere seiner Mutter transplantiert worden, die sein Körper jedoch nicht annahm. Einige Wochen später unternahmen Spezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover einen zweiten Versuch und transplantierten dem Fußballer eine Niere seines Vaters mit Erfolg. Im Oktober 2007 feierte der Angreifer bei einem 9:0-Testspielsieg der zweiten Mannschaft von Werder gegen den Kreisligisten SF Wüsting-Altmoorhausen (Landkreis Oldenburg) sein Comeback. In der Bundesliga-Saison 2007/08 kam der Kroate noch 16-mal für Werder zum Einsatz und erzielte dabei sieben Tore, konnte sich anschließend aber nicht mit dem Club auf eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages einigen. Beim FC Nantes ist der 29-jährige Stürmer Stammspieler und traf in der laufenden Saison bislang fünfmal.
