BREMEN - Wer hätte das gedacht: Vor ein paar Wochen schien das Pokalfinale gegen Bayern München am 15. Mai der einzige Höhepunkt zum Saisonende zu sein. In der Fußball-Bundesliga hatte Werder schließlich einen respektablen Abstand zu den Spitzenplätzen. Doch nun nachdem die Bremer auf den dritten Rang geklettert sind hört man ihn immer öfter rund ums Weserstadion: den Begriff Champions League.
Drei Spiele stehen noch aus. Gewinnt Werder alle, dürfte der dritte Rang und somit das Erreichen der Qualifikationsrunde zur Königsklasse geschafft sein. Es gibt nichts Schöneres, als sich in der Champions League mit den Besten zu messen, erklärt Clubchef Klaus Allofs. Die drei ausstehenden Gegner heißen 1. FC Köln, Schalke 04 und Hamburger SV. Man muss nicht übermäßig ängstlich sein, um die Schwere dieses Programms zu erkennen.
Während die Rheinländer im Bremer Heimspiel an diesem Sonnabend (18.30 Uhr, Weserstadion) klarer Außenseiter sind, stehen in der Partie auf Schalke und im Nordderby echte Spitzenspiele an. Da kann man die nächste, vermeintlich leichteste Aufgabe schon mal vorschnell abhaken. So denken viele, aber nicht alle Gott sei Dank, sagt Thomas Schaaf.
Der Trainer macht sich keine Sorgen um die Einstellung der Werder-Elf. Es muss gerade jetzt bei der einzig möglichen Herangehensweise bleiben: Wichtig ist immer das anstehende Spiel, alles andere interessiert noch nicht. Schaaf: Wir wollen gegen Köln die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir in den letzten beiden Spielen um den dritten Platz spielen.
Helfen soll dabei die auch vom Trainer beobachtete Verwandlung seines Teams. Natürlich sei es schade, dass Werder international nicht mehr aktiv sei. Doch weil nun keine englischen Wochen mehr anstehen, habe sich die Mannschaft geistig als auch körperlich erholen können. Wir waren nicht so frisch. Nun sind wir agiler, es geht alles flotter, beschreibt Schaaf die Eindrücke der vergangenen Wochen. Mit der nötigen Konzentration sollte es gegen die Kölner funktionieren.
Der FC gilt als Auswärtsmannschaft. 23 ihrer 37 Punkte holten die Kölner auf fremdem Platz. Sie tun sich leichter, weil sie das Spiel auf sich zukommen lassen können, erklärt Schaaf. Seine Mannschaft müsse deshalb so viel Druck aufbauen, dass die Gäste gar nicht zu ihren gefährlichen Kontern kommen.
