BREMEN - Marko Arnautovic kämpft bei Werder Bremen nicht nur um sportlichen Erfolg, sondern auch um einen besseren Ruf als Fußballprofi. Denn dem Österreicher hängt immer noch die wenig schmeichelhafte Charakterisierung Kindskopf durch seinen früheren Trainer Jose Mourinho an. Und auch der ehemalige Bremer Andreas Herzog, Coach der österreichischen U-21-Auswahl, mahnte: Wenn Marko es in Bremen nicht schafft, dann schafft er es nirgendwo.
Beim Bundesliga-Zwölften Werder, der den begabten Stürmer Arnautovic im Sommer für 6,2 Millionen Euro verpflichtet hatte, hat sich der Sohn eines Serben und einer Österreicherin bereits in allen guten und schlechten Facetten präsentiert. Provozierend überhebliche Momente während der Saisonvorbereitung wechselten sich mit sehenswerten Leistungen auf dem Spielfeld ab, ehe der 21-Jährige wieder mit herablassender Gestik Publikum und Teamkollegen gleich mehrfach brüskierte.
Noch gilt für Arnautovic ein von Trainer Thomas Schaaf und Geschäftsführer Klaus Allofs verordneter Welpenschutz. Ernsthaft verbal eingenordet wurde der junge Mann bislang nur von Kapitän Torsten Frings, von Einstellung und Habitus her das genaue Gegenteil des vermeintlichen Hallodris.
Exakt dieses Image ist es jedoch, das Arnautovic an der Weser abstreifen will und muss, wenn er im Profigeschäft bestehen will. Ich habe den festen Willen, mich bei Werder durchzusetzen. Und ich bin sicher, dass ich das Vertrauen hier rechtfertigen kann, sagte Arnautovic artig.
Gelingen wird dies aber nur, wenn er nicht nur neben, sondern auch auf dem Rasen seine Unbeständigkeit ablegt. Klugen Pässen und brillanten Dribblings folgen häufig noch eigensinnige Alleingänge und überflüssige Ballverluste, die dann achselzuckend hingenommen werden. Nicht jedoch von den grün-weißen Nebenleuten, die zu oft solche Eskapaden des Zugangs ausbügeln müssen und dementsprechend gereizt sind.
Das nächste Auswärtsspiel der Bremer in der Champions League findet am 20. Oktober bei Twente Enschede statt, Ausgangspunkt seiner internationalen Laufbahn. Schon mit 16 Jahren wechselte das Talent aus Wien in die Niederlande und war schon drei Jahre später Stammspieler. Diesen Status hat Arnautovic an der Weser noch nicht erreicht.
