BREMEN - Werder Bremen gegen den Hamburger SV: Das traditionsreichste aller Nordderbys wird ab diesen Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) gleich vierfach neu aufgelegt – das ist einmalig in der Geschichte des deutschen Fußballs. Vielfach hingegen ist die Zahl der Fußball-Profis, die bisher sowohl das Trikot der Hamburger „Rothosen“ und der Bremer „Grünhemden“ getragen haben. Doch: Wer hat wem mehr geholfen? Hier eine Analyse:
Ole Björnmose: Der 2006 im Alter von nur 62 Jahren verstorbene Däne war für beide Clubs ein großer Gewinn. Von 1966 bis 1971 belebte er das Mittelfeld- und Angriffsspiel Werders, dann bot der HSV eine stattliche Ablösesumme, und Björnmose wechselte. Auch dort war er bis 1977 ein Leistungsträger. Vorteil: Keiner.
Caspar Memering (55): Werder hatte den Jugend-Nationalspieler in Ostfriesland entdeckt. Doch bevor er in die Bundesliga aufrücken konnte, griff der HSV zu. Von 1971 bis 1982 war „Cappi“ als Außenstürmer und Außenverteidiger ein Publikumsliebling in Hamburg. Vorteil: HSV.
Werner Dreßel (50): Die Bremer holten ihn 1977 als 19-Jährigen. Dreßel war ein reiner Linksaußen, mit großen Perspektiven. Als Werder 1980 abstieg, ging er für 500 000 Mark nach Hamburg, seine Begründung: „Ich will Nationalspieler werden.“ Das wurde er jedoch nie, schon ein Jahr später gab ihn der HSV an den 1. FC Nürnberg ab. Vorteil: Werder.
Benno Möhlmann (54): Die Bremer holten ihn 1978 von Preußen Münster an die Weser, dort blieb er bis 1987. Dann kam es zu Differenzen mit Otto Rehhagel, Möhlmann ging an die Elbe. Eine Verletzung beendete 1989 die aktive Laufbahn, doch er wechselte nahtlos in die Rolle des Co-Trainers unter Felix Magath. Ein Jahr später wurde er Cheftrainer, weitere zwölf Monate darauf aber wegen Erfolglosigkeit wieder entlassen. Vorteil: Werder.
Dietmar Beiersdorfer (45): Der einstige Nürnberger hatte von 1986 bis 1992 gute Jahre beim HSV, dann holte ihn der inzwischen zum Spitzenclub aufgestiegene SV Werder, ehe er – oft langzeitverletzt – 1996 noch zum 1. FC Köln wechselte. Beiersdorfer, heute Sportdirektor der Hamburger, gewann mit dem HSV und Werder insgesamt dreimal den DFB-Pokal, zudem mit Bremen eine deutsche Meisterschaft. Vorteil: HSV.
Frank Rost (35): Eine Werder-Entdeckung. Allerdings musst er zwei Jahre warten, ehe er 1993 endgültig Oliver Reck im Tor ablösen konnte. 2002 bot Schalke knapp fünf Millionen Euro für Rost. Er wechselte – und schied 2006 im Unfrieden von Schalke. „Der HSV war ein Glücksfall, hier stimmt alles“, sagt er. Dennoch Vorteil: Werder.
Fabian Ernst (29): 1998 gewann der HSV gegen Werder das Rennen um den Junioren-Nationalspieler aus Hannover, der schon als „neuer Beckenbauer“ gefeiert wurde. Im Jahr 2000 holten ihn die Bremer. Er wurde A-Nationalspieler und gab 2005 Schalke „wegen der neuen Herausforderung“ das Ja-Wort. Vorteil: Werder.
Ailton (35): Für den HSV war der Brasilianer eher ein Notkauf, der in der Saison 2005/06 an der Elbe ebenso enttäuschte wie bei vielen anderen Clubs. Nur in Bremen war er von 1998 bis 2004 Publikumsliebling und wurde Bundesliga-Torschützenkönig. Vorteil: Werder.
Bubacar Sanogo (27): Der HSV holte den Torschützenkönig des 1. FC Kaiserslautern 2006. Zwei Jahre später gaben sie ihn enttäuscht, aber für eine ordentliche Ablösesumme an Werder ab. Doch auch dort enttäuschte er. Nun ist er an die TSG Hoffenheim ausgeliehen – und enttäuscht weiter. Vorteil: Keiner.
