BREMEN - Der SC Freiburg und Werder Bremen – da tun sich Parallelen auf. Ähnlich wie die Breisgauer arbeitet man auch an der Weser einen Tick sachlicher und steckt die Saisonziele lieber nicht zu hoch. Insofern ist Werder in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga das, was der SC Freiburg am Ende darstellt: eine Art Oase im ansonsten so aufgeregten Ligabetrieb.

„Sie schätzen die Lage dort realistisch ein und wissen, dass man absteigen kann und der Trainer trotzdem gute Arbeit geleistet hat“, beschreibt Manager Klaus Allofs, warum der nächste Werder-Gegner zu den wenigen Vereinen im Tabellenkeller zählt, die noch nicht den Übungsleiter gewechselt haben.

Aber mit Freiburg verbinden die Bremer noch etwas anderes: Der 6:0-Erfolg aus dem Hinspiel und damit die Frage, wie dieser viel beachtete Sieg die folgenden Partien beeinflusst hat. „Damals hat schon niemand registriert, dass wir bereits viele Spiele absolviert hatten“, erinnert sich Thomas Schaaf. Statt dessen habe die „auffällige Leistung natürlich die Erwartungshaltung geschürt“.

Dass der glatte Erfolg für die ein oder andere Fehleinschätzung bei seinen Spielern gesorgt hat, glaubt Thomas Schaaf dagegen nicht.

„Die Partie stand bis zum 1:0 für uns auf der Kippe. Erzielt Freiburg das erste Tor, läuft es vielleicht ganz anders“, betont Klaus Allofs.

In Freiburg hatte die Klatsche gegen Werder in jedem Fall Konsequenzen für die taktische Ausrichtung. Hatte man bis zum Spiel gegen die Bremer einen offensiven Stil gepflegt, so lässt Robin Dutt seitdem etwas kompakter antreten. „Es ist immer die Frage, welchem Stil man treu bleibt, jetzt sind die unten rein gerutscht“, kommentiert Schaaf die Situation beim aktuellen 16. der Bundesliga.

Freiburg muss nach oben, Werder will es – so könnte die Partie also überschrieben werden. Wobei die Bremer nach wie vor keinen Blick haben für eine langfristige Ausrichtung. „Unser Ziel bleibt, über 90 Minuten unsere Leistung abzurufen“, sagt Thomas Schaaf. Dies sei in Dortmund in der ersten Hälfte nicht gelungen.

Also unternehme seine Mannschaft an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) nun einen neuen Anlauf. Mit Torsten Frings, der nach Ablauf seiner Rotsperre in die Mannschaft zurückkehrt, und auch mit Felix Wiedwald als Ersatzkeeper auf der Bank. Der Torwart Nummer vier ist gefordert, weil weder Christian Vander noch Sebastian Mielitz ihre Verletzungen überwunden haben.