BREMEN - Drei riesige Baukräne, zahlreiche Arbeiter und tonnenschwere Stahlkonstruktionen auf dem Rasen: Im Bremer Weserstadion wird unmittelbar vor Beginn der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga emsig am neuen Tribünendach gearbeitet. „Es wird pünktlich fertig sein“, verspricht Werder-Sportdirektor Klaus Allofs mit zufriedenem Blick aus dem fünften Stock der Geschäftsstelle hinab in die Arena: „Denn im ersten Heimspiel soll es hier ja nicht aussehen wie auf einer Baustelle.“
Die Handwerker liegen bei der Stadionerweiterung also voll im Soll, wenn die Bremer an diesem Sonntag (17 Uhr) Arminia Bielefeld erwarten. Thomas Schaaf, Architekt und Baumeister der Werder-Elf, stehen nach der holprigen Hinrunde dagegen noch einige Überstunden bevor.
Er muss gleich mehrere Baustellen im Team schließen. Ganz oben auf der Liste stehen die Disziplinprobleme. Dabei geht es weniger um die privaten Eskapaden von Superstar Diego. Vielmehr muss das Fehlverhalten auf dem Platz abgestellt werden. Durch die Roten Karten für Schlüsselspieler wie Per Mertesacker, Mesut Özil und Claudio Pizarro sowie die Sperre für Diego nach seiner Würgeattacke gegen den Karlsruher Christian Eichner schwächte sich Werder unnötig selber.
Zudem müssen die Bremer ihr Defensivverhalten verbessern und vor allem bei Kontern schneller in der Rückwärtsbewegung agieren. Wichtig wird sein, dass die linke Abwehrseite stabiler wird. Dort müssen sich Sebastian Boenisch und Dusko Tosic unbedingt steigern, um auch das Spiel über die Flügel anzukurbeln.
Bleibt die Abschlussschwäche. Zwar arbeitete in der Hinrunde die Offensiv-Maschine angetrieben aus dem starken Mittelfeld um Diego, Özil und Torsten Frings auf Hochtouren. Im Torabschluss standen sich die Werder-Stürmer – allen voran der vom FC Chelsea ausgeliehene Pizarro – aber zu oft selber im Weg.
Vorarbeiter Schaaf hat den ersten Bauabschnitt trotz einer nicht optimal verlaufenen Vorbereitung aber anscheinend erfolgreich abgeschlossen. Beim 2:1-Pokalerfolg in Dortmund am Mittwochabend zeigten die Bremer pünktlich zum Schichtbeginn, dass sie ihre Lehren aus der Hinrunde gezogen haben. Werder ist bereit zur Aufholjagd und schickt sich an, doch noch die Champions League zu erreichen.
