BREMEN - Jupp Heynckes lugte noch einmal aus dem Mannschaftsbus und winkte kurz den Fans zu, dann ging es mit Polizei-Eskorte zum Flieger. Der FC Bayern hatte es eilig. Keine Stunde war nach dem 2:1 (0:0)-Sieg im Bundesliga-Klassiker bei Werder Bremen vergangen, da hatten die Münchner das Weserstadion schon wieder verlassen. Selbst der Dortmunder Titelgewinn interessierte beim Fußball-Rekordmeister kaum jemanden alle haben nur noch die Champions League und den Traum vom Heimfinale im Kopf.
Ich bin optimistisch für Madrid, und meine Spieler sind es auch, sagte Heynckes mit Blick auf das Halbfinal-Rückspiel an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sat 1) bei Real Madrid: Wir können nach diesem Sieg mit viel Selbstvertrauen zur Riesen-Herausforderung reisen.
Im aussichtslosen Fernduell mit Dortmund hatte der Bayern-Trainer viele seiner Stars geschont, was beinahe ins Auge gegangen wäre. Lediglich drei Akteure, die am vergangenen Dienstag beim 2:1 gegen Real von Beginn an gespielt hatten, standen auch in Bremen in der Startelf. Philipp Lahm gehörte nicht mal zum Kader, Toni Kroos, Mario Gomez, Arjen Robben und Franck Ribéry saßen nur auf der Bank.
Es ist nicht leicht, jeden dritten bis vierten Tag zu spielen, deswegen habe ich rotiert, sagte Heynckes, der mit der Einwechslung von Ribéry den entscheidenden Trumpf zog. Der starke Franzose leitete den Ausgleich ein und erzielte in letzter Minute das Siegtor. Ribéry ist so überragend, dass immer zwei gegen ihn spielen müssen, sagte Naldo.
Lange hatte Bayerns B-Elf aber nicht überzeugt. Erst mit dem Rückstand wachten die Münchner auf. Ich bin mit dem Engagement zufrieden. Werder hatte zwar auch einige große Chancen, aber der Sieg ist verdient, analysierte Heynckes treffend.
Manuel Neuer unterstrich die Bedeutung des Erfolgserlebnisses, das den Bayern zudem die Vizemeisterschaft sicherte. Das war ein wichtiger Sieg für die Moral. Nun fahren wir sehr selbstbewusst und zuversichtlich nach Madrid, sagte der Torwart: Wir werden richtig Gas geben!
