BREMEN - Zweimal durfte Thomas Schaaf den DFB-Pokal als Trainer des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen bisher in die Höhe heben. Wenn es an diesem Sonnabend (20 Uhr/ ARD) in Berlin zum Finalduell mit Bayer Leverkusen kommt, soll für den Coach ein Sprichwort seine Gültigkeit beweisen: Dreimal ist Bremer Recht.
„Es ist viel Arbeit, nach Berlin zu kommen. Beim Finale herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre. Das sind Erlebnisse, die man nicht so schnell vergisst. Jetzt gilt es, noch einmal alles aus sich herauszuholen“, sagt Schaaf, der Anfang Mai sein zehnjähriges Dienstjubiläum als Cheftrainer der Bremer feierte und dem Club seit 1972 angehört. Beim Streifzug durch die Pokal-Historie des nach Bayern München erfolgreichsten Clubs im DFB-Pokal taucht folgerichtig immer wieder sein Name auf.
Zum neunten Mal steht „sein“ Verein im Endspiel, achtmal war Schaaf dabei. Nur 1961 fehlte er – der Erfolg fiel in sein Geburtsjahr. 28 Jahre später waren die Bremer wieder im Finale – jetzt mit Schaaf. Doch auch der damalige Werder-Profi konnte die Pleite gegen Borussia Dortmund nicht verhindern.
1990 zogen die Hanseaten gegen den 1. FC Kaiserslautern den Kürzeren. Ein Jahr später durfte Schaaf dann erstmals jubeln. Immer noch als Spieler bezwang er mit Werder den 1. FC Köln. 1994 wurde der Triumph wiederholt. Als Aktiver war es Schaafs letzter Auftritt im nationalen Pokal-Finale.
Als Coach reiste er erstmals 1999 nach Berlin. Damals hatte er nur vier Wochen vor dem Endspiel gegen Bayern München Felix Magath als Werder-Trainer abgelöst. Schaaf führte den Club zunächst zum Klassenerhalt und anschließend zum Cup-Sieg. Nach dem verlorenen Finale gegen die Bayern (2000) folgte 2004 die Krönung für Schaaf: das bisher einzige Double der Bremer Vereinsgeschichte. Im DFB-Pokal-Finale wurde Zweitligist Alemannia Aachen bezwungen.
Sollte Schaaf der nächste Cup-Triumph gelingen, würde er sich in eine Liste prominenter Kollegen einreihen. Nur Karl-Heinz Feldkamp, Ottmar Hitzfeld, Udo Lattek, Hennes Weisweiler und Otto Rehhagel holten den Pokal bisher je dreimal. Allein mit den Bremern schaffte dies kein Coach. Die Bilanz von Werders Trainer-Ikone Rehhagel wird durch den Erfolg mit Fortuna Düsseldorf 1980 vervollständigt.
