BREMEN - Die Bremer Innenverteidigung um Naldo und Fahrenhorst stand sehr sicher. Valdez erfüllte seinen Anspruch nicht.

Von Olaf Ulbrich

BREMEN - Mit dem 3:0-Heimsieg am Sonnabend gegen Bayern München hat Werder Bremen das Rennen um die Meisterschaft der Fußball-Bundesliga wieder spannend gemacht. Einzig die Hanseaten wollen davon nichts wissen und ignorieren ihre nun wieder gestiegene Titelchance standhaft. „Nach oben geht zwar noch etwas, aber wir schauen nicht hin“, versicherte Werder-Torwart Tim Wiese, der zum dritten Mal hintereinander ohne Gegentor blieb.

„Wir dürfen nicht auf die Bayern sehen“, meinte Miroslav Klose, der vor 42 100 Zuschauern alle drei Treffer durch Bastian Schweinsteiger (33., Eigentor) Daniel Jensen (80.) und Tim Borowski (83.) vorbereitet hatte. „Es ist nun wichtig, dass wir in Wolfsburg nachlegen“, schaute der Torjäger bereits auf das Auswärtsspiel am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr) voraus.

Einzig Sportdirektor Klaus Allofs wagte sich etwas vor und meinte: „Damit wir Meister werden, muss noch einiges passieren. Dann wollen wir bereit sein.“ Auch wenn es nach ganz oben noch sieben Punkte Rückstand sind: „Den Titel sollte man nie abschreiben“, forderte er.

Bayerns Michael Ballack blickte sich nach dem 0:3 schon nach den Verfolgern um. „Wir dürfen uns nicht zu sicher sein“, warnte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und forderte: „Wir müssen alles dafür tun, um Meister zu werden.“

Werder Bremen hat nach der Durststrecke im Anschluss an das Champions-Liga-Aus gegen Juventus Turin wieder zu alter Stärke zurück gefunden und sollte die Meisterschaft auf keinen Fall abschreiben – zumal Torsten Frings und Frank Baumann nach ihrer Verletzung auf dem Sprung zurück in den Kader stehen.

Die oft gescholtene Innenverteidigung um Naldo und Frank Fahrenhorst stand diesmal bombensicher und überstand auch die Drangphase der Bayern vom Wiederbeginn bis zur 75. Minute unbeschadet. „Wir haben aufgehört Fußball zu spielen“, analysierte Nelson Valdez den Einbruch nach der Pause.

Mitten in der Drangphase der Gäste verlor Werder auch noch seinen Lenker im Mittelfeld, Johan Micoud. Der bis dahin überragend spielende Franzose musste mit einer Sprunggelenkverletzung ausgewechselt werden (56.). „Wir haben in dieser Phase jeden Ball verloren“, kommentierte Allofs. Für Micoud kam Jensen, der nach einigen Anlaufschwierigkeiten in Bremen seinen Auftritt mit seinem ersten Bundesliga-Tor krönte. „Er hat eine Menge Potenzial, das er bislang aber noch nicht gezeigt hat“, lobte Allofs den Dänen.

Nicht ganz seinen eigenen Anspruch erfüllt hat dagegen Valdez. Er spulte zwar ein großes Laufpensum ab, blieb in der Spitze allerdings harmlos und vergab die dickste Chance zum 1:0 nach Vorlage von Klose kläglich (14.). Den Paraguayer ersetzte in der 75. Minute Ivan Klasnic, der das 2:0 und 3:0 mit vorbereitete – diesmal ein Punktsieg für den Rivalen aus Kroatien um einen Stammplatz im Sturm.