BREMEN - Die Alemannia ging früh in Führung. Danach drängten die Bremer mit aller Macht aufs Tor der Aachener.
Von Andreas Frank
BREMEN - Nach einem wahren Sturmlauf hat Werder Bremen für mindestens 19 Stunden in der Fußball-Bundesliga wieder die Tabellenführung übernommen und den Druck auf den Titelrivalen Schalke 04 erhöht. Der Vizemeister besiegte am Freitagabend Aufsteiger Alemannia Aachen trotz eines frühen Rückstandes hochverdient mit 3:1 (0:1) und blieb damit auch im zwölften Pflichtspiel in Folge ungeschlagen. Werder hat nun 60 Punkte auf dem Konto und damit einen mehr als die Schalker.Die Gäste gingen vor 40 300 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion durch das schnellste Tor ihrer Bundesliga-Geschichte nach knapp 100 Sekunden durch Sergio Pinto überraschend in Führung, doch danach entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Es war das erste Gegentor für Werder nach 445 Minuten. Fünf Minuten nach der Pause erzielte der Däne Daniel Jensen den Ausgleichs-treffer, in der 55. Minute gelang dem Schweden Markus Rosenberg die Führung. In der dritten Minute der Nachspielzeit machte Diego mit einem Traumschuss aus 62 Metern das 3:1, als Alemannia-Keeper Kristian Nicht aus dem Tor gelaufen war.
Die Bremer hätten auch ohne ihre verletzten Nationalspieler Per Mertesacker und Tim Borowski die Weichen schon viel eher auf Sieg stellen müssen. Schon bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Helmut Fleischer ergaben sich für die Gastgeber reihenweise Torchancen.
So traf Miroslav Klose schon nach vier Minuten nur den rechten Außenpfosten, weitere Großchancen konnten Diego (18., 44., 45.), Mannschaftskapitän Frank Baumann (23.) und Nationalspieler Torsten Frings (25.) nicht nutzen. Nach dem Seitenwechsel war es Innenverteidiger Naldo, der in der 61. Minute aus 25 Metern Entfernung die Latte traf. Die Gäste, die mit siebenfachem Ersatz an die Weser gereist waren, verteidigten sich tapfer, hatten aber letztlich keine ernsthafte Siegchance. Die Misere des Neulings dokumentierte sich auch darin, dass nur fünf Reservisten beim Tabellen-14. auf der Auswechselbank saßen.
Die Angriffsbemühungen der Bremer ließen auch in der Schlussphase kaum nach, dennoch war zu spüren, dass sich die Mannschaft im Hinblick aufs Halbfinal-Hinspiel im Uefa-Pokal am kommenden Donnerstag (20.45 Uhr/Sat 1) bei Espanyol Barcelona ein wenig schonte. Für das Team von Michael Frontzeck war es die vierte Niederlage hintereinander, damit steckt der Aufsteiger weiter tief im Kampf gegen den Abstieg.
