BREMEN - „Oh, wie ist das schön. Oh, wie ist das schön“ – nach langer Durststrecke war den Werder-Fans im Bremer Weserstadion am Sonnabend einmal wieder so richtig zum Feiern zumute. Mit einem 5:1-Erfolg gegen Schalke 04 schossen sich die Hanseaten aus der Krise, kletterten wieder auf den zweiten Tabellenrang der Fußball-Bundesliga und haben im Kampf um die Championsliga-Qualifikation wieder beste Karten.
Doch vor dem Schaulaufen der Werder-Spieler und dem Jubel auf den Rängen stand eine Menge Arbeit. „Dafür, dass noch nicht alles rosarot ist, steht die erste Halbzeit. Die war sehr holprig und unruhig“, monierte Werder-Trainer Thomas Schaaf. „Wir hatten einige brenzlige Situationen zu überstehen“, gestand auch Sportdirektor Klaus Allofs ein.
Dass viele Fehler der Bremer nicht bestraft wurden, lag am glänzend aufgelegten Tim Wiese. Der Torwart bewahrte die Bremer gegen zunächst überlegene Gäste vor einem Rückstand und sicherte die 2:1-Pausenführung nach Toren von Frank Baumann (19.) und Boubacar Sanogo (32.) sowie dem Anschlusstreffer von Kevin Kuranyi (42.).
Mit dem 3:1 von Markus Rosenberg (59.) war die Gegenwehr der Schalker erloschen, und Ivan Klasnic hatte leichtes Spiel. „Vor einer Woche habe ich mich selbst kritisiert, weil ich gegen Hertha das schlechteste Spiel in meinen sieben Jahren bei Werder gemacht habe. Heute habe ich einfach die richtige Antwort gegeben“, sagte der Kroate nach seinen beiden Treffern (76. und 89.).
Vor allem mit dem 5:1, als er Mladen Krstajic und Torwart Manuel Neuer wie ein Lausbube tunnelte, verzückte Klasnic die Werder-Fans im mit 42 100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion.
Ausgelassene Stimmung, wie sie auf den Rängen herrschte, wollte bei Klasnic, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, allerdings nicht so recht aufkommen. Die Zukunft des 28-Jährigen an der Weser ist offen. „Es hat erste Gespräche gegeben“, sagte Allofs: „Ich hoffe aber, dass wir Ivan überzeugen können, bei uns zu bleiben.“
Zum Stand der Gespräche hielt sich auch Klasnic, der sich im Jahr 2007 nach zweimaliger Nierentransplantation zurückgekämpft hatte, bedeckt. „Was ich denke, behalte ich für mich“, sagte der Kroate, fügte aber hinzu: „Vor der EM möchte ich Klarheit haben, wo ich in der kommenden Saison spiele.“
