BREMEN - Mit einem Sieg hätte Werder den Abstand auf Hamburg auf zwei Punkte verkürzen können. Wirbel um Johan Micoud.

Von Jan zur Brügge

und unseren Agenturen

BREMEN - Werder Bremen hat die direkte Qualifikation für die Champions-Liga aus den Augen verloren. Nach dem 0:0 gestern Abend gegen Schalke 04 konnte der Fußball-Bundesligist keinen nennenswerten Boden auf den Zweiten Hamburger SV gut machen, der am Sonnabend mit 0:2 gegen Bayer Leverkusen gestrauchelt war. Das Team von Trainer Thomas Schaaf liegt drei Spieltage vor Saisonende vier Zähler hinter dem Nordrivalen.

„Wir haben die Vorlage des HSV nicht genutzt“, konstatierte der Werder-Coach. „Wir haben es nicht geschafft, die Sache in die eigene Hand zu nehmen, aber Schalke immerhin auf Distanz gehalten.“

Die viertplatzierten Gelsenkirchener weisen weiterhin sechs Punkte Rückstand auf die Bremer auf und haben so gut wie keine Chance mehr auf die direkte Champions-Liga-Qualifikation. „Wir wussten, dass es unsere einzige Möglichkeit auf Platz drei ist. Leider ist es uns nicht gelungen, sie zu nutzen“, sagte Trainer Mirko Slomka, der mit der Leistung seiner Elf dennoch „zufrieden“ war.

42 100 Zuschauer im Weserstadion sahen ein spannendes und abwechslungsreiches Spitzenspiel, dem lediglich die Tore fehlten. Bei Werder rückte Patrick Owomoyela zunächst wieder auf die Außenverteidiger-Position für Petri Pasanen, der nach Jurica Vranjes’ Verletzung (21.) diese Position aber gleich wieder übernahm.

Im Sturm vertraute Schaaf neben Miroslav Klose erneut auf Nelson Valdez – Ivan Klasnic musste auf die Bank, bevor er nach einer Stunde den nicht überzeugenden deutschen Nationalstürmer wie schon in Wolfsburg ersetzte.

Doch ein Tor gelang auch diesem Duo nicht. „Ich weiß auch nicht, warum“, sagte Valdez. „Alle haben für uns gespielt und wir konnten das wieder nicht nutzen.“ Dabei hatte Werder, angetrieben von Johan Micoud, nach verhaltenem Beginn die Initiative übernommen und sich viele Chancen erarbeitet.

Ein Nachspiel könnte die Partie für Micoud haben. Der Franzose soll dem Schalker Christian Poulsen in den Unterleib gegriffen haben (30.). Schiedsrichter Knut Kircher aus Rottenburg hatte diese umstrittene Szene nicht gesehen und deshalb keine Sanktion ausgesprochen. „Micoud hat mich ganz klar im Unterleib getroffen“, erboste sich Poulsen. „Das muss eigentlich Rot sein.“ Und auch Schaaf nahm seinen Mittelfeldstar ins Gebet: „Solche Szenen will keiner sehen. Das gehört nicht auf den Platz.“