BREMEN - 12 000 Fans begleiteten die Bremer nach Wolfsburg. Der zweifache Torschütze Rosenberg gilt als Hoffnungsträger.

Von Gert Glaner

Trotz der noch offenen Qualifikation plant Fußball-Bundesligist Werder Bremen die kommende Saison für die Champions-Liga. Das kündigte Sportdirektor Klaus Allofs nach dem 2:0 (0:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg an, mit dem der viermalige deutsche Meister die Saison als Tabellen-Dritter abschloss. „Wir planen personell so, als ob wir nächstes Jahr Champions-Liga spielen. Die Mannschaft wird qualitativ nicht schlechter werden“, versprach der 50-Jährige. Erfahrungen in der Qualifikation sammelte Werder schon in der Saison 2005/2006, als der FC Basel (1:2, 3:0) ausgeschaltet wurde. Anschließend erreichten die Bremer das Achtelfinale.

Allofs kündigte an, die Mannschaft in der Sommerpause „punktuell“ verstärken zu wollen. „Das Team wird sich nicht groß verändern, das Gerüst steht. Deswegen gehe ich davon aus, dass wir auch nächstes Jahr wieder ganz oben mitspielen werden“, sagte er. In den vergangenen Wochen verlängerten Leistungsträger wie Torsten Frings (bis 2011) und Naldo (bis 2012) ihre Verträge langfristig. Auch Miroslav Klose will seinen bis 2008 datierten Vertrag erfüllen (siehe unten stehenden Bericht). Bei Hugo Almeida plant Werder die Weiterverpflichtung. „Wir werden sicher die Option ziehen. Er hat eine Menge Potenzial“, sagte Allofs.

Markus Rosenberg, neuer Hoffnungsträger im Sturm, war bei seiner Verpflichtung von Ajax Amsterdam im Winter bis 2011 an den Verein gebunden worden. Seither hatte der 24-jährige Schwede in 14 Ligaspielen acht Tore für seinen Verein erzielt. Mit seinen beiden Treffern (54., 87.) in Wolfsburg trug Rosenberg vor 30 000 Zuschauern – darunter geschätzte 12 000 Werder-Fans – zum versöhnlichen Saisonausklang bei. „Wenn er in der nächsten Saison auch international spielberechtigt ist, wird Markus zeigen, wie wertvoll er für uns ist“, sagte Allofs zuversichtlich. „Wir haben uns mit einer starken Leistung von den vielen mitgereisten Fans verabschieden“, meinte Trainer Thomas Schaaf.

Einen Glückwunsch schickte Allofs derweil nach Stuttgart. „Der VfB ist verdient Meister geworden. Die Mannschaft hat sehr beständig gespielt und einen guten Fußball gezeigt“, sagte der Sportdirektor, und schob augenzwinkernd nach: „Wir haben aber auch einen kleinen Verdienst daran, weil wir sie in der ersten Halbserie wieder aufgebaut haben.“ Die Bremer hatten in dieser Saison beide Spiele (2:3, 1:4) gegen den neuen Titelträger verloren. Der VfB Stuttgart sicherte sich die Meisterschaft vor allem durch eine hervorragende Rückrunde. Dagegen zeigte Herbstmeister Werder nach der Winterpause Schwächen und landete in der Tabelle der zweiten Saisonhälfte nur auf dem vierten Rang.