BREMEN - Die Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag stockte etwas. Keine Fragen wurden gestellt. Es schien, als sei alles gesagt zum Heimspiel von Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga gegen Bayern München an diesem Sonnabend (15.30 Uhr). „Vielleicht sollten wir das Vakuum mit einer Vertragsverlängerung füllen“, meinte Mediendirektor Tino Polster und erteilte Klaus Allofs das Wort.

„Wir haben den Vertrag mit Clemens Fritz um zwei weitere Jahre verlängert, mit einer Option für ein weiteres Jahr“, sagte der Werder-Geschäftsführer ein bisschen stolz auf diesen Überraschungscoup. In den vergangenen Wochen war viel spekuliert worden. Vom Ausverkauf der Mannschaft war die Rede. Davon, dass Werder seine Stützen offenbar nicht halten kann.

Nun die Verlängerung mit dem Kapitän. Sie war vielleicht noch am ehesten erwartet worden, und vermutlich wäre eine weitere Zusammenarbeit mit Claudio Pizarro oder Naldo, dessen Verbleib trotz eines bis 2013 datierten Vertrages weiter ungeklärt ist, noch wichtiger.

Aber immerhin: Die Bremer können offenbar doch einen Spieler halten, wenn sie denn wollen. „Wir freuen uns sehr. Er ist ein wichtiger Baustein für die Zukunft“, sagte Allofs über den 31-jährigen Fritz. Thomas Schaaf lobte ihn als Profi, der seit Jahren auf hohem Niveau spiele und ein ganz wichtiger Teil der Mannschaft sei.

Fritz selbst meint auch, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: „Ich bin von der Perspektive dieser jungen Mannschaft überzeugt, fühle mich in Bremen sehr wohl, und ich hatte sehr gute Gespräche mit unserer sportlichen Leitung.“

Warum es trotzdem relativ lang gedauert hatte bis zur Einigung, erläuterte Allofs: „Das lag nicht an unterschiedlichen Auffassungen.“ Vielmehr habe der Spieler gewusst, dass sich der Verein zwar nach wie vor in Richtung internationaler Wettbewerb ausrichten wolle, dies aber „nicht mit einem vollen Geldbeutel“ tun könne.

„Clemens Fritz hatte Verständnis für unsere Situation, ich würde mir wünschen, das wäre immer so“, erklärte Allofs – ein Seitenhieb auf Pizarro, von dessen Verhandlungen seit dieser Woche auch etwas mehr bekannt ist. Der Stürmer soll für zwei weitere Jahre unterschreiben, bestätigte Allofs. Man habe ihm für einen neuen Vertrag ein Gehalt geboten, das sich der Verein leisten könne.

Ob es dazu kommt, scheint fraglich. Der Münchner Merkur berichtet, dass die Rückkehr von Pizarro zu Bayern München angeblich perfekt ist. In München soll Pizarro, der bereits von 2001 bis 2007 für die Bayern spielte, Ivica Olic ersetzen. Laut der Zeitung wollen beide Parteien den Wechsel noch nicht bestätigen, um dem Nord-Süd-Gipfel am Sonnabend keine zusätzliche Brisanz zu verleihen.