BREMEN - Per Mertesacker war noch nicht auf der Welt, als Werder Bremen am 26. November 1983 im Weserstadion den höchsten Sieg seiner Bundesliga-Geschichte feierte: 8:1 gegen Kickers Offenbach. 23 Jahre und rund zehn Monate später wiederholte sich dieses Fußball-Spektakel – am Sonnabend stellten die Hanseaten durch ein berauschendes 8:1 (4:1) im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld ihren Rekord ein und machten vor 40 120 begeisterten Zuschauern Mertesacker an dessen 23. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk. „Ich habe ja nicht wissen können, dass das hier so ein Fest wird – das habe ich noch nie erlebt“, sagte Mertesacker.
Die Bremer taten sich zu Beginn noch schwer, doch Peter Niemeyer brachte die Gastgeber mit einem Distanzschuss auf Kurs (17.). Danach übernahm Werder die Kontrolle und spielte sich nach dem 2:0 von Hugo Almeida (35.) unbeeindruckt von Artur Wichniareks zwischenzeitlichem Anschlusstreffer (37.) in einen Rausch. Bis zur Pause legte Boubacar Sanogo noch zwei Treffer nach (41., 44.). „Das war desaströs, und in der zweiten Hälfte haben wir es noch viel schlechter gemacht“, meinte Arminia-Trainer Ernst Middendorp und fügte an: „Mein schwärzester Tag in der Bundesliga.“
Mertesacker (59.), Markus Rosenberg (66.), Diego (86.) und erneut Almeida (88.) machten den Werder-Triumph perfekt. „Mit dem 8:1 haben wir ein klares Zeichen gesandt“, freute sich Diego. Ähnlich sah es Sportdirektor Klaus Allofs: „Wir kennen das doch auch, wenn du im Stadion sitzt und andauernd blinkt das Licht auf der Anzeigetafel mit den Ergebnissen aus anderen Stadien auf. Das ist ein Ausrufezeichen.“
Diego warf zudem schon einmal einen Blick auf das Heimspiel in der Championsliga gegen Olympiakos Piräus an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sat 1): „So ein Erfolg gibt uns noch einmal eine extra Portion Selbstvertrauen und Motivation.“ Dann werden die Bremer aber wohl auf Sanogo (Adduktorenprobleme) und Tim Wiese verzichten müssen. Der Werder-Torwart zog sich in der zweiten Halbzeit eine Oberschenkelverletzung zu, spielte aber, da Trainer Thomas Schaaf schon dreimal gewechselt hatte, durch.
