BREMEN - Nachdem sich die sportliche Lage von Fußball-Bundesligist Werder Bremen nach fünf Spielen ohne Niederlage stabilisiert hat, gibt es abseits des Rasens Wirbel um Tim Wiese und Torsten Frings. Während ein verbaler Schlagabtausch des Keepers mit Jens Lehmann ein gerichtliches Nachspiel hat, treibt Frings das Rätselspiel um seine Zukunft weiter.
Ich will auf jeden Fall noch weiterspielen, soll der 34-Jährige, der Ende Februar seinen Abschied im Sommer verkündet und danach merkwürdig drumherum geredet hatte, in trauter Runde gesagt haben: Wenn die mit mir nicht verlängern, dann weiß ich auch nicht. Dem Ex-Nationalspieler scheint der Abschied von der Karriere schwer zu fallen. Sein Sinneswandel dürfte mit Werders Aufwärtstrend und seinem Anteil daran zu tun haben.
Wir sind zusammengewachsen, trainieren besser, die Stimmung ist gut, sagte Frings nach dem 1:1 im Spiel gegen Stuttgart, in dem er als Antreiber und Torschütze geglänzt hatte. Im Rätselspiel um seine Zukunft spielt der Spitzenverdiener, der bei einer Verlängerung angesichts fehlender Europapokal-Einnahmen weniger verdienen würde, nun dem Verein den Ball zu. Wir sollten uns zusammensetzen, damit man weiß, woran man ist, meinte der Mittelfeldspieler. Ich habe keine Ahnung, was nächstes Jahr hier ist, so Frings: Das ist es ja.
Derweil wird Wiese von Lehmann eine schwerwiegende Verletzung seines Persönlichkeitsrechts vorgeworfen. Der Ex-Nationalkeeper fordert 20.000 Euro Schmerzensgeld. An diesem Donnerstag wird am Landgericht in München verhandelt. Wie Lehmann muss Wiese, der Klageabweisung beantragt hat, nicht selbst erscheinen.
Auslöser waren zwei Medienauftritte der beiden Profis. Beim Champions-League-Spiel am 14. September 2010 gegen Tottenham (2:2) hatte Lehmann als TV-Experte Wiese nach einem Gegentor kritisiert. Daraufhin hatte Wiese gekontert: Der Lehmann soll in die Muppet-Show gehen. Der Mann gehört auf die Couch. Vielleicht wird ihm da geholfen. Einweisen am besten in die Geschlossene.
