BREMEN - Auslöser des Streits waren zwei Plakate im Stadionblock. Als normale Fans dürfen „Eastsider“ weiter ins Stadion.

von hauke richters

BREMEN - Der Streit zwischen Werder Bremen und der Fan-Gruppierung „Eastside“ spitzt sich zu. Beide Seiten verlangen voneinander Entschuldigungen.

„Seit bekannt ist, dass die Fußball-WM 2006 in Deutschland stattfindet, nehmen die Repressionen gegen Fans zu“, sagte „Eastside“-Sprecher Daniel Ahrenholtz der NWZ . „Der Deutsche Fußball-Bund will saubere Stadien, in denen nur fröhlich gesungen wird. Nun werden wir in eine Schublade gesteckt, in die wir nicht hineingehören.“ Tino Polster nennt dagegen „Vertrauensbruch“ als Grund für den Zwist. „Eine Anweisung des DFB, vor der WM härter gegen Fans vorzugehen, gibt es nicht“, sagte der Mediendirektor des deutschen Fußball-Meisters.

Werder hatte der Gruppierung kurz vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Hertha BSC am 15. April zehn Arbeitskarten entzogen und so verhindert, dass „Eastside“-Mitglieder Transparente im Weserstadion anbringen konnten. Als „normale“ Fans können sie die Spiele aber weiterhin besuchen. Allerdings leitet Werder ab sofort vor Auswärtsspielen an den Heimverein keine Anträge mehr weiter, mit denen die Gruppierung ihre Plakate anmeldet.

Beim Heimspiel gegen Mainz 05 am 12. März hatten „Eastside“-Mitglieder das Spruchband „Wer gegen Werder hetzt, wird von uns gejagt“, entrollt. Dieser Slogan rufe laut Werder zur Gewalt auf und sei nicht genehmigt gewesen.

„Wir wollten nur auf die unserer Meinung nach unfaire Berichterstattung einiger Medien nach der 2:7-Niederlage in Lyon aufmerksam machen“, verteidigt sich Ahrenholtz. Vor der Partie beim Hamburger SV am 9. April präsentierten „Eastside“-Angehörige ein Plakat, auf dem unter anderem die zerstörte Silhouette Hamburgs zu sehen war. „Dieses Transparent war vorher nicht so angemeldet. Wir distanzieren uns von solch einem Bomben-Plakat“, sagte Werders Fan-Beauftragter Dieter Zeiffer. „Dieses Transparent ist am Einlass nicht beanstandet worden“, entgegnet Ahrenholtz. „Einen Vergleich zur Bombardierung Hamburgs im Zweiten Weltkrieg wollten wir damit auch nicht ziehen.“

Ob es beim nächsten Heimspiel gegen Bielefeld (30. April) oder in der neuen Saison wieder eine Kooperation gibt, ist offen. „Wir verlangen von Werder zunächst eine Entschuldigung, da wir mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht wurden“, sagt Ahrenholtz. Diesen Verdacht weist er zurück und erhält dabei Unterstützung vom Fan-Beauftragten. Allerdings verlangt auch Zeiffer zunächst eine Entschuldigung.