BREMEN - So lang liegt das Hinspiel bei Schalke 04 eigentlich noch nicht zurück. Trotzdem gibt Thomas Schaaf vor, das 0:4 aus dem vergangenen November nicht mehr gegenwärtig zu haben. Er könne sich nicht erinnern, sagt der Trainer des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen und grinst.
Kein Zweifel: Schaaf ist spürbar lockerer geworden in den vergangenen Wochen, und zu Schalke fällt ihm vor dem Duell gegen die Gelsenkirchener am Sonnabend (18.30 Uhr) ja auch noch viel mehr ein als die deutliche Klatsche in der Hinrunde.
Mailand hat sicher auf ein Wunder gehofft, aber ich hatte nie das Gefühl, dass sich Schalke das noch nehmen lässt, berichtet Schaaf von seinen Eindrücken beim 2:1-Sieg Schalkes gegen Inter Mailand und dem damit verbundenen Einzug ins Halbfinale der Champions League. Beeindruckt war der Werder-Coach, wie selbstbewusst das Team von Ralf Rangnick die Aufgabe angegangen war. Ob der Trainerwechsel Rangnick ersetzte Felix Magath einen Effekt hatte, vermag Schaaf aus der Ferne aber nicht zu beurteilen.
Eines ist ihm aber klar: Ein Vorteil wird seine Mannschaft angesichts eines der größten Schalker Vereinserfolge nicht haben beim Spiel am Sonnabend. Du kannst dann nicht sagen: Bis zum Halbfinale in der Champions League mache ich Holiday, rechnet der Trainer nicht damit, dass sich die Königsblauen in der Bundesliga nun ausruhen. Im Gegenteil: Schaaf erwartet einen Gegner, der sehr konzentriert antreten wird. Es gehe für Schalke nun darum, den Rhythmus zu halten.
Im Hinblick auf Werders Rhythmus hat sich allerdings auch etwas getan in den vergangenen Wochen. Bereits sechsmal in Folge sind die Bremer nun ungeschlagen. Auf eigenem Platz läuft es indes noch nicht rund. Dem Rückrundenauftakt gegen Hoffenheim (2:1) folgten eine Niederlage und vier Remis. Vielleicht spielt der Gegner auswärts mehr mit, aber das ist nicht ausschlaggebend, sagt Schaaf. In den sieglosen Heimspielen der vergangenen Monate habe seiner Mannschaft einfach ein Tick Qualität gefehlt.
Luft nach oben ist also nach wie vor vorhanden bei Werder. Das zeigt schon der Blick auf die Tabelle: Bei sechs Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz sollten sich die Bremer besser noch nicht in Sicherheit wiegen. Was auch Klaus Allofs noch einmal betonte. Es ist noch längst nichts geschafft, wir lassen nicht nach, erklärte der Geschäftsführer.
