BREMEN - Ivan Klasnic hat neue Vorwürfe gegen den Mannschaftsarzt des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen erhoben. Er selbst habe Dr. Götz Dimanski erst von seiner Nieren-Fehlfunktion berichtet, sagte der Stürmer am Montagabend in der ARD-Sendung „Beckmann“. Es sei für ihn unverständlich, dass Dimanski die schwere Erkrankung bei früheren Untersuchungen nicht selber festgestellt habe. Erst bei einer Blinddarm-Operation sowie durch die Behandlung bei einem anderen Mediziner sei die Niereninsuffizienz aufgefallen. „Mein Eindruck von dem Mannschaftsarzt ist kein guter“, sagte der kroatische Nationalstürmer.

Klasnic hatte am Freitag beim Bremer Landgericht eine Klage um einen Streitwert von 1 427 944,55 Euro eingereicht. Der Angreifer wirft Dimanski sowie der Kardiologin Manju Guha vor, die schlechten Nierenwerte nicht frühzeitig erkannt und keine geeigneten Maßnahmen ergriffen zu haben.

Klasnic war im Frühjahr 2007 zweimal eine Niere implantiert worden, da sein Körper die erste abgestoßen hatte. Im Herbst 2007 feierte er seine Rückkehr in den Profifußball. Ob er seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag verlängert, ist zweifelhaft. Dimanski weist die Beschuldigungen unterdessen zurück und sieht der Klage „gelassen“ entgegen.

Klasnic‘ Frau Patricia beklagte in der Sendung die angeblich fehlende Rückendeckung durch den Club. „Ich habe eine simple Nachfrage vermisst.“ Die Aussage von Werder-Manager Klaus Allofs, der Verein sei an einer Aufklärung des Falles interessiert, tat sie als „unglaublich“ ab. „Es ist nichts passiert, seit wir Herrn Allofs erstmals darauf angesprochen haben“, sagte Patricia Klasnic.

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