BREMEN - BREMEN/SID - 349 Tage musste Krisztian Lisztes auf sein Bundesliga-Comeback warten, die letzten sieben Minuten dieser Leidenszeit gerieten zu einer kleinen Ewigkeit.

Einwechselbereit stand der Ungar am Sonnabend am Spielfeldrand der AOL-Arena, doch der 2:1-Führungstreffer seines Bremer Teamkollegen Ivan Klasnic (70.) spannte den Mittelfeldspieler nur noch mehr auf die Folter. Werder-Trainer Thomas Schaaf änderte seine taktische Marschroute, und so durfte der Rekonvaleszent erst ab der 77. Minute ins Spielgeschehen eingreifen.

Ein paar gewonnene Zweikämpfe, ein sehenswerter Torschuss – das Bundesliga-Nordderby beim Hamburger SV war für den 28-Jährigen ein weiterer wichtiger Schritt zurück ins Team des deutschen Fußball-Meisters. „Erstmal bin ich wirklich glücklich und genieße diesen Augenblick“, sagte Lisztes und atmete noch einmal durch, als ihm die Stellungnahme von Sportdirektor Klaus Allofs zugetragen wurde: „Wenn Krisztian so weiter macht, haben wir eine weitere Alternative im Mittelfeld.“

Viel Zeit bleibt dem Nationalspieler nämlich nicht, um Schaaf und Allofs von seinen zurückgewonnenen Fähigkeiten zu überzeugen. Der Vertrag von Lisztes läuft zum Saisonende aus und nach einer derart langen Pause ist das Interesse der Ligakonkurrenten an einer Verpflichtung naturgemäß eher gering.

Vor zwölf Monaten befand sich der Lockenkopf in einer besseren Verhandlungsposition. Die Gespräche zogen sich endlos in die Länge, bis Allofs der Geduldsfaden riss und man sich auf eine Trennung zum Saisonende einigte. Erst die schwere Verletzung beim Auswärtsspiel in Bochum (0:0) bewog Werder, den Kontrakt des Technikers doch um ein weiteres Jahr zu verlängern. „Das war damals eine noble und nicht selbstverständliche Geste“, erinnert sich Lisztes.

Zwei bis drei Wochen ausfallen wird dagegen Frank Baumann. Der Kapitän soll sich in dieser Woche einer arthroskopischen Untersuchung seines linken Sprunggelenks unterziehen, im dem er immer noch unter Schmerzen leidet.

Für die Sommerpause haben die Werder-Verantwortlichen unterdessen ein Testspiel vereinbart. Am 15. Juli tritt Werder bei Energie Cottbus an.