Bremen/Oldenburg - Das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV steht für besondere Brisanz. Damit an diesem Sonntag der Sport im Mittelpunkt steht, haben Werder-Trainer Viktor Skripnik und Kapitän Clemens Fritz am Donnerstag ausdrücklich für ein friedliches Fußballfest geworben.
„Für beide Clubs geht es um sehr viel, aber die Zweikämpfe sollten auf dem Feld geführt werden“, betonte Fritz. Die Derbys würden zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen, sagte der 34-Jährige, „aber das sind sie nur, wenn es neben dem Feld und außerhalb des Weserstadions friedlich bleibt.“
Skripnik erklärte, dass er der Mannschaft in dieser Woche „90 Minuten ohne jede Ablenkung“ verordnet habe: „Es wäre toll, wenn die Fans beider Lager das genauso hinbekommen könnten.“ Der Ukrainer sagte, dass seine Elf die „Leidenschaft auf den Rängen und die volle Unterstützung während des Spiels“ brauche und erklärte weiter: „Jede Rangelei, jede brennende Pyro-Fackel lenkt von unserem Spiel ab. Das schadet der Mannschaft.“ Er sei zuversichtlich, dass „unsere Fans das begriffen haben“.
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer bekräftigte indes, dass er auf einer Beteiligung der Deutschen Fußball Liga an den zusätzlichen Sicherheitskosten für das Nordderby bestehen wird. „Wir ziehen das jetzt durch. Ich sehe keine andere Alternative, als diese Rechnung zu stellen“, sagte der 63-jährige SPD-Politiker.
Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Bremische Bürgerschaft ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, das in der Folge deutschlandweit diskutiert wurde. Behördeninternen Schätzungen zufolge werden knapp 1000 statt wie sonst üblich etwa 150 Polizisten beim HSV-Gastspiel im Einsatz sein. Dies soll Mehrkosten von etwa 300 000 Euro verursachen.
Mit einem 15-stündigen Alkoholverbot in allen Zügen des Bremer Regionalverkehrs will die Bundespolizei zudem das Risiko von Fankrawallen senken. Überdies ist das Mitführen von Pyrotechnik, Schutzbewaffnung, Vermummungsgegenständen und Glasflaschen untersagt.
