Bremerhaven - Dass sowohl Sieger als auch Verlierer glücklich sind, kommt im Sport äußerst selten vor. Das fand auch Dennis Ley. „Es ist komisch, wenn man als Trainer sagen kann, dass man nach einer Niederlage zufrieden ist“, kommentierte der Coach der Leher Turnerschaft (LTS) Bremerhaven aus der fünftklassigen Bremen-Liga nach dem 0:5 im DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln am Samstag.

Ley war zu Recht zufrieden. Sein Team aus reinen Amateuren hielt sich gegen den Fußball-Bundesligisten wacker. Mit viel Einsatz verhinderten sie eine höhere Niederlage. Mit den Kölner Treffern von Leonardo Bittencourt (28. Minute), Frederik Sörensen (34.), Jhon Córdoba (50./Handelfmeter), Marcel Risse (69.) und Sehrou Guirassy (75.) konnten die Bremerhavener gut leben.

„Die Jungs waren schon extrem angespannt“, berichtete der Trainer: „Sie haben das gut gelöst unter den Rahmenbedingungen, die ungewohnt sind.“ 8119 Zuschauer im Nordseestadion des Klassen-Rivalen OSC Bremerhaven und eine Live-Übertragung im Fernsehen waren für die LTS-Spieler eine Premiere.

Die Amateure kämpften und genossen die 90 Minuten gegen die Profis aus Köln, es war das erste DFB-Pokalspiel überhaupt in der Geschichte des Stadtteil-Vereins. „Am liebsten hätten wir jedes Jahr so ein Spiel“, sagte Bremerhavens Angreifer Marcel Wagner.

Der Bremen-Ligist blieb fast ohne eigene Chance und verlor zudem noch Arwin Hashemi (49.) nach einer Roten Karte wegen eines absichtlichen Handspiels auf der Torlinie. „Das ist ein junger Spieler“, sagte der Trainer: „40 Minuten in Unterzahl waren schwer.“

Pech hatten die Gastgeber allerdings kurz vor der Pause bei einem Aluminiumtreffer von Egzon Sula. „Schade, dass der an die Latte gegangen ist“, sagte Wagner zur einzigen Chance auf einen Treffer.