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NWZonline.de Sport Fußball

Aus Als Fußball-Nationaltrainer: Daum steht in Rumänien vor Vertragsauflösung

12.09.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-09-17T09:53:42Z 280 158

Aus Als Fußball-Nationaltrainer:
Daum steht in Rumänien vor Vertragsauflösung

Bukarest/Köln Am Dienstagabend schnupperte Christoph Daum nochmals Champions-League-Luft, am Mittwoch steht in Bukarest das möglicherweise abschließende Gespräch über seine Zukunft als Fußball-Nationaltrainer Rumäniens an. Die Zeichen deuten eindeutig auf Trennung, aber in trockenen Tüchern ist das Ganze noch nicht.

„Ich besitze einen rechtsgültigen Vertrag bis zum 31. Dezember 2017“, sagte der 63-Jährige am Dienstag, „ich habe mehrfach angeboten, die Zusammenarbeit zu beenden. Ich hoffe, wir bekommen eine einvernehmliche Lösung hin.“ Am Mittwochabend ist der rumänische Verbandspräsident Razvan Burleanu sein Gesprächspartner, der 33-Jährige hat lange Zeit dem deutschen Coach das Vertrauen geschenkt und Daum auch gegen heftige Widerstände im Land verteidigt.

„Er hat mir immer volle Rückendeckung gegeben“, berichtete Daum lobend, „aber ich habe ihm auch gesagt: Denken Sie an ihre Zukunft, im nächsten Jahr stehen die Wiederwahlen im Verband an. Die Person Daum ist zu einem Politikum geworden.“

Der ehemalige Stuttgarter Meister-Trainer musste sich Anfeindungen in rumänischen Medien gefallen lassen, zuletzt gab es auch Unmutsbekundungen der Zuschauer beim letzten WM-Qualifikationsheimspiel gegen Armenien in Bukarest. Es gab zahlreiche Forderungen, der Verband müsse einen „rumänischen Weg“ (Daum) beschreiten, also einen einheimischen Nationalcoach installieren.

Aber Daum ist stets seinen Weg gegangen, er ist auf eine Trennung, die sich in den letzten Tagen immer mehr abzeichnete, vorbereitet. Dabei wollte Burleanu „sogar zweimal mit mir bis 2020 verlängern“, so Daum. Stattdessen geht es am Mittwoch um die Modalitäten für eine einvernehmliche Trennung. Dass der Ex-Coach des 1. FC Köln, von Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt nicht wie andere Trainer an seinem Stuhl in Rumänien klebt, gehört auch zu den Besonderheiten des sich abzeichnenden Abschieds.

Daum amtiert seit rund 14 Monaten als Chefcoach beim EM-Endrundenteilnehmer von 2016. In der WM-Qualifikation sind die Rumänen unter ihm nach dem 0:1 in Montenegro ohne Chance auf das Ticket nach Russland. Die Kritik in den rumänischen Medien an seiner Person hatte sich zuletzt immer weiter verstärkt.

Dabei hat Daum dem rumänischen Verbands-Chef sogar vorgeschlagen, dass dieser vielleicht zunächst eine „temporäre Lösung“ für die nächsten WM-Quali-Spiele gegen Kasachstan (5. Oktober) und in Dänemark (8. Oktober) installiert, ehe die endgültige Nachfolge geklärt ist.

Am Dienstagabend weilt Daum noch in München, um zwei rumänische Nationalspieler beim Champions-League-Spiel von Bayern München gegen den RSC Anderlecht zu beobachten. Im Kader des belgischen Rekordmeisters stehen Nicolae Stanciu und Alexandru Chipciu. „Meine Arbeit, also auch das Scouting, geht weiter“, betonte Daum, „diese professionellen Unterlagen werde ich natürlich auch meinem möglichen Nachfolger hinterlassen.“

Am Montag hatte die technische Kommission des Verbandes getagt und eine Entlassung Daums empfohlen. Diese hat allerdings keine Entscheidungsfunktion. Daum: „Sollte es am Mittwoch zu einer Einigung über eine einvernehmliche Trennung kommen, ist das noch nicht der Schlusspunkt. Dann muss noch das Exekutiv-Komitee des Verbandes diese Entscheidung absegnen, das kann bis nächste Woche dauern.“