Dortmund - Borussia Dortmund siegt und siegt und siegt. Die Westfalen haben ihre historische Serie mit einer sehr starken Vorstellung auf elf Pflichtspiel-Erfolge ausgebaut und mit dem hochverdienten 3:0 (1:0) über Angstgegner Bayer Leverkusen die Tabellenführung der Fußball-Bundesliga zurückerobert.
Während der BVB einen perfekten Saisonstart feiert, drohen die ambitionierten Rheinländer angesichts der mageren Ausbeute von nur sechs Punkten nach fünf Spieltagen vorzeitig die Spitzenränge aus den Augen zu verlieren.
Jonas Hofmann (19.) brachte den BVB gegen die Werkself, die ihre beiden letzten Gastspiele in Dortmund jeweils 2:0 gewonnen hatte, vor 81.359 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Führung. Nach dem Wechsel sorgten Shinji Kagawa (58.) und Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem sechsten Saisontreffer (74., Foulelfmeter) für die Entscheidung. „Wir können uns heute zu 100 Prozent zurecht feiern lassen“, sagte Torschütze Hofmann bei Sky, während die Borussia-Spieler sich von ihren Fans feiern ließen.
Ohne Marco Reus, der nach seinem Zehenbruch zumindest wieder auf der Bank saß, übernahmen die Borusssen von der ersten Minute an das Regiment. In der Offensive bauten sie mit ihrem schnellen Kombinationsspiel einen immensen Druck auf, Leverkusen konnte sich kaum befreien und wurde erstmals nach einer Viertelstunde im Dortmunder Strafraum gesichtet.
Dem ersten Warnschuss von Henrich Mchitarjan folgte eine Glanzparade von Leverkusens Torhüter Bernd Leno bei einer weiteren Chance des Armeniers. Allerdings leistete Leno mit seiner Unentschlossenheit gegen den heranstürmenden Hofmann einen wesentlichen Beitrag zum 0:1.
Dortmund agierte gedankenschnell und konzentriert und war den Rheinländern in der ersten Halbzeit in allen Belangen überlegen. Die einzigen Chancen für die Gäste vor der Pause ergaben sich bei Kontern durch Neuzugang Chicharito und dem Ex-Dortmunder Kevin Kampl. Doch auf der Gegenseite hätten die Westfalen vor dem Wechsel schon viel höher führen müssen.
Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte verwehrte Referee Deniz Aytekin den Borussen nach einem Foul von Jonathan Tah an Aubameyang einen Elfmeter. Der BVB drängte auf den zweiten Treffer, Leverkusen lauerte auf Konter und hoffte auf einen genialen Moment von Chicharito, seinem einzigen halbwegs torgefährlichen Offensivakteur.
Nachdem Kagawa eine von den Bayer-Akteuren ungestörte Kombination zum 2:0 abgeschlossen hatte, bemühten sich die Gäste um den Anschlusstreffer, boten den Borussen jedoch zugleich Räume für Konter an. Nachdem Aubameyang den fälligen Elfmeter nach einem Foul von Wendell an Matthias Ginter verwandelt hatte, waren der Dortmunder Sieg und die Lektion für Leverkusen perfekt. Der in der 88. Minute eingewechselte Ex-Leverkusener Gonzalo Castro traf in der Nachspielzeit noch den Pfosten.
Mchitarjan und Youngster Julian Weigl waren die auffälligsten Akteure in einer insgesamt starken Dortmunder Mannschaft. Aufseiten der Leverkusener vermochten Kampl und Nationalspieler Karim Bllarabi zu gefallen.
FC Augsburg - Hannover 96 2:0
Der FC Augsburg hat ausgerechnet gegen Angstgegner Hannover 96 seine Ergebniskrise beendet und den ersten Bundesliga-Sieg der Saison eingefahren. Alexander Esswein (29.) und Kapitän Paul Verhaegh (32./Foulelfmeter) sorgten am Sonntag beim 2:0 (2:0)-Erfolg für die Tore des Europa-League-Teilnehmers. Die Gäste aus Niedersachsen sind dagegen weiter im Fußball-Tief: Das 96-Team von Michael Frontzeck rangiert mit nur einem mageren Punkt auf Tabellenplatz 16. „Es wird ein bischen viel Palaver um die Situation gemacht“, sagte der Trainer noch vor dem Anpfiff.
Mit dem ersten Pflichtspielerfolg überhaupt gegen Hannover hat Augsburg hat nun vier Zähler auf dem Konto. Und erst einmal wieder Ruhe. Nach nur einem Unentschieden aus den ersten vier Ligaspielen sowie dem verpassten Erfolg am Donnerstag in Bilbao war das Überraschungsteam der Vorsaison Gefahr gelaufen, in der Liga früh den Anschluss an das Tabellenmittelfeld zu verlieren. Für Trainer Markus Weinzierl was das Match gegen Hannover daher auch „das wichtigste der Woche“ - in der hießen die anderen Gegner immerhin Bayern und Bilbao.
Überlegen agierten die Hausherren, doch die erste echte Torchance hatten die Gäste: Edgar Prib (22.) scheiterte mit einem 30-Meter-Schuss an FCA-Torhüter Marwin Hitz. Auch nach dem kurzen Schreck machten die Augsburger das Spiel, Hannover verteidigte tief und lauerte auf Konter. Als das Fronzteck-Team vor 28 511 Zuschauern in der WWK-Arena etwas mutiger wurde, schlug der Bundesliga-Fünfte der letzten Saison zu: Der starke Verhaegh bediente Esswein, der den Ball ins Tor schlenzte.
Etwas im Glück war dann Verhaegh beim berechtigten Foulelfmeter gegen Keeper Ron-Robert Zieler, der vor den Augen von Bundes-Torwarttrainer Andras Köpke die Ecke ahnte, aber nicht mehr an den Ball kam. Der Brasilianer Marcelo hatte zuvor den für den Südkoreaner Dong-Won Ji zurück die Startelf gerückte Tobias Werner von den Beinen geholt.
Nach der Pause machte Zieler weiter Werbung in eigener Sache, parierte nach gut einer Stunde glänzen gegen Tim Matavz. Der Slowene vergab wenig später noch einmal eine große Chance. In der 72. Minute entschärfte Zieler einen Freistoß von Konstantinos Stafylidis in prima Manier. Beinahe hätte sich die mangelnde Chancenverwertung der FCA-Profis gerächt, doch Schiedsrichter Christian Dingert verweigerte den Gästen in der 80. Minute eine klaren Handelfmeter.
Auch wenn den Augsburgern ihr Mittelfeldmotor Daniel Baier (Oberschenkel-Probleme) erstmals seit dem 8. März 2013 nach 87 Pflichtspielen fehlte, spielten die Fuggerstädter stark. Drei Tage nach dem 1:3 in der Europa League bei Athletic Bilbao veränderte Weinzierl sein Team auf insgesamt vier Positionen. „Anders geht es nicht, wir haben einen guten Kader“, sagte der Trainer zur Rotation. Seine Gegenüber Michael Frontzeck setzte nur den Brasilianer Felipe, der beim 2:4 gegen Borussia Dortmund ein Eigentor produzierte und zwei Elfmeter verursachte, auf die Reservebank. Dagegen feierte Kapitän Christian Schulz nach seiner Rückenverletzung sein Comeback.
