Madrid - Der berühmt-berüchtigte Mourinho-Beton hat wieder einmal gehalten: Dank einer schamlosen Mauertaktik ist der FC Chelsea dem Finale der Champions League ganz nahe gekommen. Im Halbfinal-Hinspiel beim spanischen Tabellenführer Atlético Madrid verschafften sich die Blues beim 0:0 mit destruktivem, aber taktisch unantastbarem Defensiv-Fußball eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Mittwoch in London.

Der in Madrid erst in der 73. Minute eingewechselte deutsche Nationalspieler André Schürrle darf somit von der Krönung seiner bisherigen Karriere träumen, der portugiesische Coach José Mourinho von einem Rekord im „Finale daheim“ in Lissabon und die Blues vom europäischen Titel-Hattrick. Im Endspiel am 24. Mai gegen Real Madrid oder Bayern München könnte der Starcoach als erster Trainer die Königsklasse mit einem dritten Verein gewinnen (zuvor 2004 mit dem FC Porto und 2010 mit Inter Mailand). Chelsea hatte schon ohne Mourinho in den vergangenen beiden Jahren jeweils einen Europacup gewonnen: 2012 die Champions League gegen die Bayern, im Vorjahr die Europa League.

Für Atlético und den im Winter aus Wolfsburg verpflichteten Diego ist bei der ersten Halbfinal-Teilnahme seit 40 Jahren im wichtigsten Clubwettbewerb der erneute Final-Einzug in weite Ferne gerückt. 1974 hatten sie nach einem 1:1 nach Verlängerung das Wiederholungsspiel gegen die Bayern mit 0:4 verloren.