CLOPPENBURG - Eine Überraschung gabs zwar nicht: Dennoch haben sich am Mittwochabend die fünftklassigen Fußballer des BV Cloppenburg im Freundschaftsspiel gegen den Erstligisten Borussia Dortmund wacker geschlagen. 3:0 (1:0) hieß es nach 90 Minuten für den Kultclub aus Westfalen.
Vor der imposanten Kulisse von 3127 Zuschauern zeigten die Cloppenburger zunächst zuviel Respekt vor dem großen Namen. In der elften Minute hatte Stürmer Daniel Ginczek keine Mühe, zur Dortmunder Führung einzuköpfen. BVB-Coach Jürgen Klopp klatschte zufrieden in die Hände.
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In der Folge stellten die Cloppenburger die Räume besser zu und ließen bis zum Seitenwechsel kaum noch etwas anbrennen. Kamen die Dortmunder dennoch durch, stand Cloppenburgs aufmerksamer Schlussmann Stefan Tilling im Weg. Sekunden vor der Pause sprangen die BVC-Anhänger schon auf. Rogier Krohne scheiterte aber per Kopf nach einer Flanke Robert Römers an BVB-Torhüter Mitchell Langerak. Klopp atmete tief durch, um dann bereits Anweisungen für den zweiten Durchgang zu verteilen.
Mit der Pike traf Markus Feulner nach 56 Minuten zum 2:0 für den BVB. Für den 3:0-Endstand sorgte der erst am Dienstag verpflichtete Antonio da Silva (66.).
Die Cloppenburger ließen sich aber nicht entmutigen und versuchten, mit aller Macht den Ehrentreffer zu markieren. Fünf Minuten vor dem Ende schien die Zeit dafür reif zu sein: Der Niederländer Robin Huisman de Jong feuerte einen Freistoß aus 35 Metern ab. Langerak hatte seine liebe Mühe und dann Glück. Denn den Nachschuss jagte Cloppenburgs Youngster David Niemeyer aus 18 Metern ans Gebälk.
Vor sechs Jahren hatte Klopp als Trainer von Mainz 05 noch eine 2:4-Niederlage an gleicher Stelle kassiert. Diesmal kam er ungeschoren davon.
Professor Joachim Schrader, Präsident des BV Cloppenburg, zeigte sich von der lockeren Art des Dortmunder Cheftrainers angetan. Vor dem Spiel hatte er mit Klopp über dessen Niederlage von 2004 geflachst.
Dass Klopp aber auch klare Anweisungen gegeben hat, versicherte der ausgewechselte BVB-Verteidiger Mats Hummels: Er hat uns klar gemacht, dass wir unseren Verein auf jeden Fall gut repräsentieren sollen obwohl es ein Freundschaftsspiel ist.
Mit der Resonanz war Schrader derweil zufrieden. Unser Ziel waren 3000 Zuschauer. Das haben wir erreicht, sagte der BVC-Boss.
Selbst Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte sich auf den Weg nach Cloppenburg gemacht. Ich sehe mir jedes Freundschaftsspiel an, erklärte der Macher vom Borsigplatz. Die Leistung der BVB-Profis fand er nicht überragend. Es fehlte teilweise doch am nötigen Esprit. Für die Cloppenburger fand er auf der anderen Seite lobende Worte. Die haben sich echt teuer verkauft und es unseren Spielern schwer gemacht.
Und noch ein wichtiger Termin für alle Fans: Der von derNWZ
gesponserte Spielball mit Unterschriften der BVB-Stars wird am Sonntag, 19. September, ab 16 Uhr beim Friesoyther Eisenfest zugunsten der Friesoyther Tafel vor dem alten Rathaus versteigert.Anders als die Dortmunder sind die Cloppenburger schon am Sonntag wieder im Einsatz. Im Heimspiel gegen Hildesheim wollen sie zum Angriff auf die Spitze blasen.

