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NWZonline.de Sport Fußball

Trainerin Imke Wübbenhorst betritt am Sonntag Neuland

22.02.2019

Cloppenburg Seit knapp zwei Monaten ist Imke Wübbenhorst nun als Trainerin der Fußballer des BV Cloppenburg tätig. Was sie in den vergangenen Wochen für Erfahrungen gemacht hat, erleben andere in ihrer gesamten Trainerlaufbahn nicht. Es sei vieles auf sie eingeprasselt, sagt die 30-Jährige, die mit viel Euphorie an die Aufgabe heranging, den Oberligisten für die schwierige Mission „Klassenerhalt“ fitzumachen. Sie startet an diesem Sonntag (15 Uhr) beim Tabellenzweiten HSC Hannover.

Die Wintervorbereitung lief allerdings nicht ohne Rückschläge ab. Der BVC ist so klamm, dass für dringend benötigte Zugänge kein müder Cent zur Verfügung steht. Wübbenhorst hatte viele Spieler kontaktiert, aber die angesprochenen Akteure winkten ab. Somit wurde einmal mehr beim BVC aus der Not eine Tugend gemacht, indem Spieler aus der A-Jugend hochgezogen wurden. Elf Spieler des Oberliga-Kaders sind derzeit jünger als 20 Jahre.

Viele verletzungsbedingte Ausfälle sorgten darüber hinaus dafür, dass Wübbenhorst nicht einmal den kompletten Kader zur Verfügung hatte. Die hohen Testspiel-Niederlagen gegen den Regionalligisten SSV Jeddeloh (0:7) und unlängst gegen den Landeslisten Kickers Emden (1:6) sorgten außerdem für Ernüchterung im Fanlager. Doch Wübbenhorst gibt sich kämpferisch: „Aufgrund der Unerfahrenheit zahlen wir gegen ausgebuffte Männermannschaften halt Lehrgeld. Aber ich bleibe dabei, die Jungs, die wir im Kader haben, geben Gas.“

Lesen Sie ein Interview mit Imke Wübbenhorst: „Autorität ist nicht vom Geschlecht abhängig“

Der Wirbel um die Wübbenhorst-Verpflichtung als Trainerin im höherklassigen Männerbereich hat sich indes nicht gelegt. Sie erhält sogar Interviewanfragen aus Südamerika. Zuletzt von einem brasilianischen TV-Sender.

Demnächst steht sie aber nicht am Zuckerhut für Dreharbeiten vor der Kamera, sondern in Berlin. Ein namhafter deutscher Autohersteller dreht in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball-Bund einen kurzen Film. „Die suchten eine Frau, die eine Männermannschaft trainiert. Die Dreharbeiten werden wohl in Berlin gemacht“, erzählt Wübbenhorst.

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Eine Frau als Trainerin im Männerbereich ist für viele Fußballfans ein echter Aufreger. Das kann die 30-Jährige aber nicht verstehen. „Es ist komisch, dass in der kompletten Gesellschaft ein Umdenken stattfindet, aber dass es gerade in der Männerdomäne Fußball noch ein Riesenproblem ist, sich für Frauen zu öffnen“, sagt Wübbenhorst.

Bei ihren bisherigen Testspielen mit dem BVC musste sich die A-Lizenz-Inhaberin aber keine blöden Sprüche von Kollegen oder Zuschauern anhören, berichtet Wübbenhorst. Alle, egal ob Trainer, Spieler, oder Vorstandsmitglieder, seien sehr freundlich und respektvoll zu ihr gewesen.

Vielleicht sei jetzt die Zeit reif dafür, dass sich der leistungsbezogene Männerfußball für weibliche Spitzenkräfte öffnet: „Wenn man mit der Gesellschaft Schritt halten möchte, wäre es an der Zeit.“ Wübbenhorst würde sich jedenfalls freuen, ihren Teil dazu beizutragen: „Es wäre schön, wenn durch mein Wirken rumkommt, dass auch Frauen Männer trainieren können.“

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