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NWZonline.de Sport Fußball

Trainerin Bei Cloppenburgs Männern: Wübbenhorst will Tür für Frauen öffnen

26.02.2019

Cloppenburg Imke Wübbenhorst konnte sich vor Gratulanten kaum retten. Spieler, Club-Verantwortliche, die mitgereisten Fans – alle standen Schlange, alle wollten die Trainerin umarmen, die gerade Fußball-Geschichte geschrieben hatte. 2:2 beim Aufstiegsfavoriten HSC Hannover. Mit einem Rumpfteam. Wübbenhorst hatte mit ihrem erfolgreichen Debüt alle überrascht – sogar sich selbst. „Natürlich ist das eine ganz, ganz große Erleichterung“, sagte die 30-Jährige nach ihrer viel beachteten Pflichtspiel-Premiere auf der Bank des Oberligisten BV Cloppenburg und strahlte: „So viele Leute, die heute auf mich geguckt haben. Aber jetzt ist alles gut.“

Die Aufregung bei A-Lizenz-Inhaberin Wübbenhorst war nur allzu verständlich. Mehrere Kamerateams begleiteten den ersten Cheftrainer-Einsatz einer Frau im leistungsbezogenen Männer-Fußball in Deutschland auf Schritt und Tritt und fingen am Sonntagnachmittag jede Gefühlsregung der früheren Bundesliga-Spielerin ein. 90 Minuten tigerte Wübbenhorst die Seitenlinie auf und ab und gab fortwährend lautstarke Anweisungen. Mit Erfolg.

Ihre Pionierarbeit wird in der Szene mit großem Interesse verfolgt. Frauen-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg rechnet in den Männer-Bundesligen aber kurzfristig noch nicht mit Trainerinnen. „Die Frauen sind bereit, die Männer noch nicht“, sagte die 51-Jährige. Man traue sich nicht, solch eine Entscheidung zu treffen, weil man „sich vielleicht nie damit auseinandergesetzt hat“. Die Frauen seien allerdings „nicht so weit davon weg, wir haben genügend Frauen, die das leisten könnten“.

In Frankreich hat bereits in der zweiten Liga eine Frau erfolgreich ein Team trainiert. Corinne Diacre (44), früher selbst Nationalspielerin und nun seit 2017 die erst zweite Trainerin der französischen Frauen-Auswahl, coachte von 2014 bis 2017 den französischen Zweitligisten Clermont Foot aus Clermont-Ferrand. Sie schaffte in ihrer zweiten Saison, in der Clermont zeitweise einen Aufstiegsplatz belegt hatte, nicht nur einen guten siebten Platz. Sie wurde zudem vom Fachmagazin „France Football“, das auch Europas Fußballer des Jahres ehrt, zum „Zweitliga-Trainer des Jahres“ gekürt.

Das war bereits 2015 – doch es gab keine große Wende, was Trainerinnen in Männer-Ligen angeht. In Deutschland gab es zwar bereits eine Trainerin in der vierten Liga, doch Duygu Erdogan war beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen von 2016 bis 2018 lediglich Co-Trainerin. Die 30-Jährige glaubte, es sei schwierig, von gleichaltrigen Spielern als Chef-Trainerin akzeptiert zu werden. „Vielleicht in 15 Jahren, wenn bei den großen Vereinen ein Umdenken stattgefunden hat“, sagte sie der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ vor zwei Jahren.

Wübbenhorst hat damit keine Probleme, in Rekordzeit hat sich die 30-Jährige beim Oberligisten Respekt verschafft. „Am Anfang waren wir schon überrascht. Aber nach dem ersten Training kam unser Sohn nach Hause und sagte: Papa und Mama, das ist alles top. Sie hat einen Weg, eine klare Ansage und sie weiß, was sie macht“, sagte Martin Hennig, nach Hannover mitgereister Vater von Abwehrspieler Matthes Hennig.

In den kommenden Tagen wird für die frühere Junioren-Europameisterin nach turbulenten Wochen ein wenig Ruhe und Normalität einkehren. Der Anfang ihrer Mission, die Domäne Männerfußball auch für Frauen zu öffnen, ist gemacht. „Die Jungs wissen, dass ich als Trainerin Qualität habe“, sagte Wübbenhorst. Ihr Engagement sei „die Chance, zu zeigen, dass das Geschlecht egal ist und geschlechtsneutraler Fußballverstand überall anerkannt und respektiert wird“.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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