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NWZonline.de Sport Fußball

Pionierin macht nach halbem Jahr Schluss

29.03.2019

Cloppenburg Beim abstiegsbedrohten Fußball-Oberligisten BV Cloppenburg rappelt es mal wieder im Karton: BVC-Clubchef Dr. Jürgen Vortmann teilte an diesem Donnerstagmorgen mit, dass der Verein die Zusammenarbeit mit der Trainerin Imke Wübbenhorst am Saisonende beenden wird. Dass das Kapitel Wübbenhorst auf der Trainerbank der Männermannschaft nicht von Dauer ist, war bereits am Mittwochabend in Cloppenburg durchgesickert.

Die 30-jährige Wübbenhorst hatte kurz vor Weihnachten als erste Frau ein Traineramt im leistungsbezogenen Männerfußball übernommen, was bundesweit großes Interesse hervorrief. Seit ihrem Amtsantritt schaffte der personell gebeutelte Tabellenletzte zwei Unentschieden in vier Spielen.

Auf die Gründe der Trennung wollte Vortmann im Einzelnen nicht näher eingehen. „Wir brauchen Planungssicherheit“, sagte er. Planungssicherheit, die wohl auf Dauer nicht gegeben wäre, wenn Wübbenhorst ihr Vorhaben umsetzt, den Fußball-Lehrer zu machen. Den ersten Schritt hat sie bereits gemacht. Mitte April nimmt sie in Hennef an der Eignungsprüfung teil.

Wübbenhorst schweigt

Vortmann mache sich derweil nichts vor. „Es ist mir schon klar, dass ich jetzt in die Schusslinie gerate, und mich viele Leute für einen Macho halten werden. Aber das ist mir bewusst“, sagte der Rechtsanwalt. Zugleich betonte er, dass man die Zusammenarbeit nicht beendet habe, weil Wübbenhorst eine Frau sei. „Bei einem Mann hätten wir ähnlich entschieden“, sagte er.

Dass Wübbenhorst im Sommer nun einen Schlussstrich zieht, könnte auch mit den schwierigen Arbeitsbedingungen im finanziell angeschlagenen Verein zusammenhängen. „Imke ist da mit vielen Dingen nicht einverstanden. Das hat sie mir auch so gesagt. Unter anderem mit den Trainingsbedingungen“, sagte Vortmann. Doch dass es Probleme mit den Trainingsplätzen gibt, habe Wübbenhorst vorher gewusst. Schließlich sei sie schon vorher im Verein tätig gewesen.

Vortmann bedankte sich indes für die geleistete Arbeit bei Wübbenhorst. „Imke ist mit viel Mut diesen Weg gegangen. Sie ist eine echte Fußballkennerin, und wir wünschen ihr alles Gute“, so der Clubchef. Wübbenhorst selbst war am Donnerstag nicht zu erreichen.

Mit Spannung erwartet wird nun nicht nur ihre Stellungnahme, sondern auch, wie die erste Mannschaft des BVC auf diese Personalie reagiert. Denn nach NWZ-Informationen gibt es viele Spieler in der Mannschaft, die nur beim BV Cloppenburg weiterspielen wollen, wenn Wübbenhorst über den Sommer hinaus bleibt. Eine Abwanderungswelle in der Mannschaft am Saisonende ist nicht auszuschließen.

Die 30-Jährige gilt in der Mannschaft als hochgeschätzt. Ob die Spieler nun wirklich gehen oder bleiben, hängt aber wohl letztendlich davon ab, wer Wübbenhorst in diesem Sommer beerben wird. Ein Abgang mehrerer Spieler wäre ein schmerzhafter Nackenschlag für den Verein und kein guter Start für einen möglichen Neuanfang in der Landesliga, sollte es mit dem Klassenerhalt in der laufenden Spielzeit nichts mehr werden.

Auch Teammanager geht

Laut Vortmann verhandele der Club mit einem Trainergespann. Es seien beides alte BVCer, ließ er durchblicken. Männer mit Stallgeruch. Nach NWZ-Informationen dürfte es sich bei diesem Gespann wohl um Marcel Wolff und Albert Ostendorf handeln. Der Club hatte vor Kurzem auch beim ehemaligen DFB-Juniorennationalspieler Martin Sommer vorgefühlt. Aber der Kneheimer sagte ab.

Wie es für Wübbenhorst selbst weitergeht, ist derweil offen. „Bei uns könnte sie sehr, sehr gerne wieder anfangen“, sagte Tanja Schulte, Trainerin der Zweitliga-Fußballerinnen des BV Cloppenburg, am Donnerstag. Wübbenhorst hatte das Team vor ihrem Wechsel in den Herren-Bereich lange zusammen mit Schulte trainiert. „Die Mannschaft würde sich riesig freuen, nicht nur, weil Imkes große Fachkompetenz unbestritten ist. Aber sie hat wohl andere Ziele.“

Unterdessen wird die erste BVC-Garde in der neuen Spielzeit 2019/2020 auch auf ihren Teammanager Bernd Pauly verzichten müssen. Er hört am Saisonende nach NWZ-Informationen auf. An diesem Freitag, 20 Uhr, geht es für den BV Cloppenburg im harten Oberliga-Alltag weiter. Das Wübbenhorst-Team gastiert im Emsland beim Tabellenfünften SC Spelle-Venhaus.

Lesen Sie auch:„Autorität ist nicht vom Geschlecht abhängig“ - Imke Wübbenhorst im Interview

Lesen Sie auch: Imke und die Cloppenburger Rasselbande

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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