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NWZonline.de Sport Fußball

Coordes bleibt Mann im Hintergrund

14.10.2009

BREMEN Egon Coordes ist viel unterwegs. Als Spielerbeobachter des FC Bayern verbringt der 65-Jährige ebenso viel Zeit im Flugzeug wie in den Fußballstadien dieser Welt. Und er denkt in keiner Weise ans Aufhören: „Untätigkeit bringt dich dem Tod näher“, glaubt er, und er hat noch ein zweites Motto, das sein Leben wesentlich bestimmt hat: „Quäle deinen Körper, sonst quält er dich selbst.“ Dieses Motto galt jedoch auch Zeit seines Lebens für seine Schützlinge.

Denn in der Branche war allseits bekannt: Wo Coordes trainiert, da ist die Mannschaft immer topfit. Und Coordes hat in seiner Laufbahn viele Teams trainiert. Als Cheftrainer hatte er meist wenig Glück, als Assistent im Hintergrund konnte er aber sehr wohl seine Fähigkeiten einsetzen.

1969 holte Werder den Bremerhavener in die Bundesliga. Gewohnt hatte Coordes bereits in Bremen, er war in der Kaserne Huckelriede Polizeischüler. Doch damit war Schluss, als der Fußball rief, Coordes hat es nie bereut. Bei Werder brachte es der Abwehrspieler relativ schnell zum Stammspieler, was er übrigens auch Horst-Dieter Höttges verdankte. „Sepp Piontek als rechter Verteidiger war langwierig verletzt. Da schlug Horst vor: Ich gehe auf die rechte Seite, dann kann Egon links spielen“, erzählt Coordes.

So geschah es, und es hätte gewiss noch länger als zwei Jahre gedauert, hätte nicht der VfB Stuttgart mit einem Angebot gelockt. „Bei Werder haben sie gedacht, der ist Bremerhavener und geht nicht in den Süden“, glaubt Coordes. Doch er ging und ist inzwischen in Süddeutschland heimisch geworden. Er wohnt mit Familie im bayerischen Memmingen, dem Geburtsort seiner Frau.

Nach der aktiven Karriere ging er aber zunächst zurück nach Bremerhaven, wo er eine Bowlingbahn und ein Sportgeschäft betrieb. Bis der Anruf von Uli Hoeneß kam. „Der fragte mich plötzlich, ob ich nicht Lust hätte, unter Udo Lattek Co-Trainer zu werden“, erinnert sich Coordes. Zwei Jahre lang machte er den Job, dann wurde ihm vom VfB Stuttgart, dem er als Spieler schon von 1971 bis 1975 gedient hatte, der Job des Cheftrainers angeboten. Und die Fußball-Welt erlebte erstmals jenen Egon Coordes, der sie mit seinen Entscheidungen später noch oft verblüffen sollte.

Denn Coordes ist ein Mann mit Linie, ohne Kompromisse. In Stuttgart konnte er diese Linie aber nicht durchsetzen, das Engagement war schnell beendet. Also ging Coordes, und zwar in südwestlicher Richtung, wurde wieder Co-Trainer in München, diesmal für drei Jahre. Der Chef hieß Jupp Heynckes, von dem Coordes noch heute in höchsten Tönen spricht: „Der ließ sich nicht verbiegen.“

Doch nach drei Jahren begann Heynckes’ Stern in München zu sinken, er musste gehen. Und Coordes ging auch. „Ich habe zu Hoeneß gesagt, was es für ein Blödsinn ist, den Jupp zu entlassen und ihm gleichzeitig auch meine Kündigung mitgeteilt.“

Er ging ohne neuen Job, doch der kam bald. 1992 wurde Coordes Trainer in Hamburg, auch dort musste er schnell wieder gehen, obwohl er den wankenden HSV im unteren Mittelfeld etabliert hatte. „Aber dann haben wir schlecht eingekauft, das war zum Teil auch meine Schuld“, gibt Coordes zu.

Infos unter

www.NWZonline.de/werder

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