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Aktualisiert vor 14 Minuten.

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NWZonline.de Sport Fußball

Darmstadt 98 benennt Stadion nach Fan

06.09.2016

Darmstadt Der Fußballbundesligist SV Darmstadt 98 spielt ab sofort im „Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor“. Der Darmstädter Pharmahersteller Merck verzichtet für eine Saison auf seine Namensrechte an dem Stadion - eine für die Bundesliga bislang einmalige Geste gegenüber dem im März gestorbenen Fan „Johnny“ Heimes, dessen beeindruckender Kampf gegen den Krebs tausende Menschen inspiriert hat.

„Du musst kämpfen. Es ist noch nichts verloren.“ So hieß die Durchhalteparole, die sich Jonathan Heimes gegeben hatte. Und so hieß auch der Verein, den der an einem Gehirntumor leidende 26-Jährige Anfang 2015 mit seiner Freundin, der Tennis-Spielerin Andrea Petkovic, gegründet hatte. Durch Sport-Events und mit dem Verkauf von Armbändchen mit dieser Aufschrift sammelte er Geld für krebskranke Kinder. Mehr als 300.000 Euro kamen zusammen - auch weil der Bundesliga-Club den ehemaligen hessischen Tennis-Jugendmeister unterstützte.

„Ein Lieblingssatz von Jonathan war: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist“, schrieb sein Vater unmittelbar nach Johnnys Tod. 2004 war bei dem begeisterten Sportler im Alter von 14 Jahren ein Hirntumor diagnostiziert worden. Die Behandlung verlief zunächst erfolgreich. Mit eisernem Willen kämpfte er sich nach Operation, Chemotherapie und Bestrahlung zurück ins Leben. „Wie er sich durchgekämpft hat, wie er dem Krebs die Stirn geboten hat, mit seiner Willenskraft und seinem Durchhaltevermögen, das ist unglaublich“, rühmte Petkovic, die sich inzwischen in die Tennis-Weltspitze vorgearbeitet hatte, den Lebensmut ihres Freundes.

Doch mehrfach wurden in den folgenden Jahren Metastasen entdeckt. Johnny musste mehr als 20 Chemotherapien erdulden. „Die Krankheit ist wie ein Kinofilm, und ich habe die Hauptrolle“, schriebt er auf der Homepage seines Vereins. Bundesweit bekannt wurde Johnny, als Dirk Schuster, damals Trainer des SV Darmstadt 98, im Mai 2014 vor dem entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga gegen Bielefeld an jeden seiner Spieler ein Motivations-Armband verteilte und ihnen Jonathans Geschichte erzählte. Ein Mutmacher. Darmstadt schaffte die Sensation und siegte 4:2, stieg in die Zweite Bundesliga auf.

Jonathan Heimes wurde zum Vorbild, Motivator und Freund für die Darmstädter Mannschaft. Auf der Homepage seines Vereins zitierte er auch Bertold Brecht: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Merck will jetzt nicht nur auf die Namensnennung verzichten. Ab Dienstag ist in Darmstadt eine Straßenbahn im regulären Fahrplan unterwegs - lilienblau-weiß mit dem neuen Stadionnamen und dem Schriftzug „Danke, Johnny!“. Außerdem sei eine Sonderedition der „DUMUSSTKÄMPFEN“-Bändchen in Arbeit, berichtet der Verein. 5.000 Stück davon werden zunächst an Merck-Mitarbeiter verkauft. Der Erlös kommt der von Jonathan Heimes mitgegründeten Initiative zugute.

Das Unternehmen habe mit Begeisterung die Idee des langjährigen Merck-Mitarbeiters und Vaters von Jonathan Heimes, Martin Heimes, aufgegriffen, teilte das Unternehmen mit. Zuspruch kam auch von Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) im Namen der Stadt Darmstadt als Stadionbetreiber. Die Umbenennung dokumentiere, wie viel Herz und Respekt Jonathan auch nach seinem Tod entgegen gebracht werde.

Auch die Bundesliga-Mannschaft des SV Darmstadt 98 freut sich darauf, in „Jonathans Wohnzimmer“ zu spielen, wie Kapitän Aytac Sulu sagt: „Wir wollen erneut die Liga halten, bei dieser Aufgabe wird uns diese Verbindung mit Johnny zusätzlich pushen.“ Die Vereinsspitze des SV Darmstadt 98 begrüßte die Umbenennung ebenfalls. „Jonathan war einer der starken Begleiter des Darmstädter Erfolgs“, erklärte Präsident Rüdiger Fritsch. „Trotz seiner Erkrankung hat er der Mannschaft immer wieder viel Energie gegeben.“

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